Training in Woche 29

Und mal wieder mein Training der letzten Woche. Die Woche lief sehr gut: zweimal Laufen, zweimal war ich im Wasser und am Wochenden zwei lange Radtouren:

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24 Stunden am Feldberg: von aufgeweichten Füßen und Lidstrichen

Nachdem Kati und ich in 2018 18 mal oben auf dem Feldberg waren, schlug ihr Sohn Amon vor, dass wir 2019 dann mal 19 Mal fahren sollten. Wir dachten kurz über potenzielle Verbesserungen in unserem Ablauf nach und nahmen die Herausforderung an 😉

Los ging es wie immer am Samstag Morgen mit der ersten Auffahrt um 10.00 Uhr. Naja, wir starteten 2 Minuten verspätet aber dann ging es in einer Riesengruppe los. Das Wetter wollte sich auch nicht so richtig festlegen, wie es werden sollte und wechselte auch stündlich seine Meinung hierzu. Auffahrt Nummer 1 rollte gemütlich den Berg hoch, runter, Runde um den Kreisel und wieder hoch. Die Pausen nach jeder der Abfahrten hatten wir als Hauptzeitfresser vorher identifiziert und beschlossen, nur nach jedem 2. Mal beim Versorgungszelt vorbei zu fahren. Also, wieder rauf. Zwischendurch tropfte es, Stimmung war gut und so rollten wir den Hügel hoch. Runter und dann schon mal das erste Stück Kuchen bei der Versorgung eingesammelt.

Auf der 3. Auffahrt tropfte es dann auch mal wieder, aber richtig nass wurden wir dann erst bei Auffahrt Nr. 4 und danach stand das Wasser in den Schuhen. Es regnete als wir oben am Berg ankamen und grandioserweise standen Julia und Holger oben und reichten uns heißen Tee (die beiden waren vorher den Berg hochgelaufen und hatten dort Holgers Auto), was uns innerlich wärmte und die gefrorene Seele streichelte. Dennoch stellte sich die Frage, ob es sich lohnte, sich da schon umzuziehen? Nicht wirklich, der Regen hörte auf, es trocknete ab und wir auch. Also, weiter. Die Auffahrten gingen mit wechselnder Begleitung so vorüber und nach der 8. gab es dann Abendessen in Form von Nudeln. Ein Paar trockene Socken, was aber nur bedingt half, weil die sofort wieder durchweichten. Und Arm- und Knielinge sowie Licht, damit wir dann bei der einbrechenden Nacht vorbereitet waren. So ging es Richtung Nacht.

Nach wie vor waren wir voll im Zeitplan, was uns positiv stimmte. Es ging weiter, eine Auffahrt nach der anderen. Kati und ich fuhren kontrolliert, die Beine waren nach wie vor ok und die letzte Aussage war, dass das Wetter ab da dann auch trocken bleiben sollte (!).

Nach Einbruch der Dunkelheit übernahmen es unsere Edelsupporter Alex H und Ariane, mit dem Auto als Begleitung, hinter uns herfahrend, uns nach hinten abzusichern. Ein phantastischer Service, jedes Jahr wieder. Man stelle sich halt vor, mitten in der Nacht im ersten bzw maximal zweiten Gang im Auto hinter nem Haufen Radfahrern herzufahren… Bei der 13. Auffahrt (kurz vor 1) waren wir zusammen mit Sebastian, Felix und Alex auf dem Weg und es fing schon vor der Applauskurve an zu tröpfeln. Dann auch mal mehr…und wieder weniger. Und dabei sahen wir den Mond und ein paar Sterne! Wo kam denn der Regen her? Vor dem Sandplacken verwandelte sich das mehr oder weniger tröpfeln in einen Guss, so dass wir uns in eines der Buswartehäuschen auf dem Sandplacken flüchteten, bevor wir gänzlich nass wurden. Da hockten wir also wie die Hühner auf der Stange im Häuschen, es schiffte ohne Ende und als Alex auf den Regenradar schaute, um zu sehen, wie sich das nun weiter entwickeln würde, sagte er tatsächlich: „laut Regenradar regnet es hier nicht“. Ja nee, ist klar 😉 also gut, nach 10 Minuten ließ der Regen nach und wir entschieden uns, weiterzufahren, denn was bliebe einem anderes übrig? Oben auf dem Gipfel sahen wir wieder einmal nicht den beleuchteten Turm und rollten hinunter.

Hier noch ein kleiner Einwurf. Auf den letzten Metern zum Gipfel ist die Straße für 3-4 Meter nicht asphaltiert, sondern mit großen Steinen gepflastert (vermutlich zur Verkehrsentschleunigung). Das erzeugt ein leichtes Paris-Roubaix-Gefühl bei den ersten 3 Auf/Abfahrten, aber beim spätestens 10. Mal runter, stellt man sich die Frage, warum es dieses Pflaster dort gibt. Denn es tut wirklich weh in der kompletten Muskulatur, wenn der Körper da jede Stunde wieder zweimal durchgerüttelt wird. Aber vermutlich hat die Stadt Oberursel nie daran gedacht, dass jemand so häufig darüber rollen würde…

Während einer so langen Tour kommt man natürlich auch zu den seltsamsten Themen im Gespräch. So kamen wir darauf, dass wenn ich im übernächsten als Spielerfrau wiedergeboren werde, mich um die Vermarkung des richtigen Lidstrichs kümmern möchte, Kati als Katze wiedergeboren werden möchte und an die Aussage meines Schwimmschleifers erinnerte, dass langes Rad fahren eine einseitige Körperhaltung provoziert (nein, wirklich??? Das ist ja gediegen). Die Frage, ob wir uns nach der Tour auf der Blackroll ausrollen würden, konnten wir allerdings nicht abschließend klären, weil wir nicht abschätzen wollten, ob das ggf nicht doch zu schmerzhaft wäre. Dafür waren wir uns sehr einig, dass Duschen und trockene Kleidung ein unglaubliches Privileg sind.

Gegen 3 Uhr nachts gab es dann die bestellten 3-Uhr Nudeln, die zwar aussahen wie die Panzer von Babyschildkröten (und genauso groß waren), aber um die Uhrzeit ist einem das auch schon irgendwie egal. Auf dem Parkplatz brannte die Feuerschale (großartige Wärmequelle!), wir zogen uns nach dem letzten Guss komplett trocken an (bis auf die Schuhe, die ab da in Mülltüten immerhin trocken gehalten wurden, was aber der Abtrocknung der Füße nicht wirklich weiter half), tranken und aßen und waren auch sehr froh, dann einfach mal nicht auf dem Rad zu sitzen (Stichwort: einseitige Sitzposition). Kurz nach 4 ging es wieder los – Ariane wieder hinter uns und wir fuhren schon in die Morgendämmerung. So schnell kann die Nacht vergehen… Oben angekommen war es wie immer „ein bisschen magisch“ bei der aufgehenden Sonne und wir sausten wieder einmal den Berg runter. Unten am Kreisel gedreht und wir freuten uns, dass nun das Ende auch schon absehbar war. Also, Nummer 16 in Angriff genommen. Allmählich waren wir allerdings nicht nur müde, sondern die Beine auch. Was uns nicht wirklich überraschte und da wir weiterhin voll im Plan waren, stresste es uns auch nicht.

Der Feldberg ist ja insofern fies, weil es bis zum Sandplacken mit 6-7 Steigungsprozenten sehr gut rollt. Erst ab da bis zum Gipfel auf den letzten 3 km wird es steiler und damit auch anstrengender (und weniger angenehm) zu fahren. Aber der Stoppomat steht halt nicht am Sandplacken sondern auf dem Feldberg. Und der Gipfel ist ja auch nicht am Sandplacken. Und die Aktion heißt ja „auf den Feldberg“ und nicht „auf den Sandplacken“. Also ist jede weitere Diskussion an dieser Stelle zu beenden.

Nach Nummer 16 machten wir noch einen kurzen Stop bei unseren Versorgern, um dann Nummer 17 noch vor dem Frühstück zu vollenden.

Das gute war, dass es nach dem Guss in der Nacht trocken blieb und wir mit jeder Tour ein bisschen weniger nach der Abfahrt nass waren. Dann gegen halb 8 (so ungefähr, Zeit wurde nicht mehr in Stunden und Minuten gemessen sondern in Auffahrten), hockten wir uns zu den frisch mitgebrachten Brötchen von Julia, tranken Kaffee, zogen uns mal wieder um/an/aus und freuten uns, dass wir nach der kommenden Auffahrt so weit wären, wie im vergangenen Jahr. Also, ein vorletztes Mal rauf mit Kristin und Julia, die für uns die Pace machten und wir nur noch hinten mitfahren mussten. Kurz nach halb 10 waren wir pünktlich für die letzte Auffahrt unten, alle anderen machten sich fertig, wir kletterten mehr als mit frischem Schwung auf die Räder und in der Gruppe rollten wir ein letztes Mal den Berg rauf. Kati und ich schnauften fröhlich und schoben es auf die Höhenluft. Schließlich waren wir zu dem Zeitpunkt auf mehr als 11.000 Höhenmetern unterwegs! Innerlich grinsend aber uns auch schon sehr auf das Ende freuend. Endlich, das letzte Mal der Gipfel (ich finde es beim Schreiben ein wenig bizarr, von „Gipfel“ zu schreiben, weil es dann irgendwie ja doch nur der Feldberg ist, aber der Duden definiert „Gipfel“ als „höchste Spitze eines [steil emporragenden, hohen] Berges“, was in dem Fall dann ja auch irgendwie passt. Außerdem gibt es dort auch ein Gipfelkreuz und das stünde ja nicht dort, wenn es keinen Gipfel gäbe, oder?)!

Wir umarmen uns alle und es gibt das obligatorische Gipfelfinisherbild. Schön wars mal wieder!

Wir rollen ein letztes Mal den Berg runter aber halt! Es fehlen uns ein paar Meter, um die 444km vollzumachen. Also rollen Kati und ich noch einmal kurz bis zur Klinik rauf – soviel Zeit muss sein. Und dann rollen wir Richtung Bett!

Ich danke allen den-Berg-runter-Vorfahrern, Mitfahrern, Aufpassern, Spendern in Form von Wohnmobilen, Kuchen, sonstigem Essen, Essens- und Kaffeekochern von Herzen! Ohne euch wären wir nur ein paar schräge Menschen, die 24 Stunden lang einen Berg hochfahren!

Und es kann weiterhin gespendet werden: https://www.kinderkrebs-frankfurt.de/index.php/spenden/anlass-spende?cfd=vk6pi&cft=nujthmmqfdknq9t7m2ug0sj386si4ser5d2cad088a1cb#cff

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Das Training der letzten Woche

Es wurde nicht wirklich viel. Ernsthaft habe ich eigentlich nur am Mittwoch und dann am Wochenende trainiert, aber das passte auch, denn diese Woche hatte ich offiziell Ruhewoche, bevor ich dann in der kommenden Woche dann noch einen 3er Block anfange. Also alles gut:

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Training in der vergangenen Woche

Letzte Woche wurde das Training wie erwartet wieder weniger, insbesondere das Radtraining musste ich wieder reduzieren, da ich am Montag meinen neuen Job begonnen habe und so unter der Woche nur noch am frühen Abend sporteln kann. Das ist aber kein Problem, so laufe und schwimme ich dann auch wieder mehr (auch nicht ganz unwichtig für den Embrunman):

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Fahr Rad – Die erste Bikepacking Tour

Ich hatte es ja schon angekündigt, dass ich auch mal einige längere Radtouren – neudeutsch: Bikepacking Touren – ausprobieren wollte. Es ergab sich dann, dass ich dazu den Rückweg aus der Schweiz nutzte, wo wir vorletzte Woche im Urlaub waren. In zwei Tagen bin ich dann die Strecke zurück gefahren. Hier mein Bericht dazu (ist ähnlich wie die Tour etwas länger geworden):

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Training in der letzten Woche

Diese Woche wieder etwas pünktlicher kommt mein Bericht, was ich so an Sport getrieben habe:

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Fahr Rad! – Die Tremola

Etwas verspätet kommt hier die nächste Fahr Rad! Folge. Die Erstellung und Upload hat sich etwas verzögert, da unsere Internet Verbindungen in der Schweiz doch nicht die besten waren, bzw. auf einem Campingplatz gab es kein Internet. Eigentlich auch mal schön, aber halt blöde, wenn man etwas uploaden will. Aber gut, die kommenden Wochen sind wir wieder hier, also steht einer weiteren Regelmäßigkeit nichts im Weg.

In dieser Folge dachte ich mir, Euch einen nicht ganz so bekannten Anstieg in den Alpen vorzustellen: die Tremola, die auf der Südseite auf den Gotthard Pass führt. Meiner Meinung nach, eine der schönsten Straßen in den Alpen:

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Training Woche 25

Natürlich habe ich in der schweiz auch etwas trainiert. Hier mein verspäteter Bericht darüber:

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Mit dem Rad aus Grindelwald nach Frankfurt

Eigentlich hatte ich es ja schon geplant, mit dem Rad in die Schweiz zu fahren und mich dann auf dem Gotthard mit Julia zu treffen, doch ein Magen Darm Infekt machte diesen Plan zunichte und das Wetter war dann auch nicht so der Hit. So blieb mir dann nur der Rückweg aus Grindelwald. Ich wollte keine reine Rennradstrecke fahren, so entschied ich mich für mein Stadtrad (neudeutsch nennt man das wohl Gravel Bike). Die Tour hatte ich mir auch recht schnell auf Komoot zusammen geklickt. Ich hatte nur zwei Punkte, die ich sehen wollte: die Rheinfälle in Schaffhausen und das obere Donautal. So verlief die Tour dann auch. Insegsamt sollten es 560km werden mir knap 6000 hm. Das wollte ich in zwei Tagen fahren, wobei vom ersten Tag, dem letzten Sonntag nur die Hälfte übrig war, denn am Vormittag war noch die Siegerehrung von Julia. Gegen 12:00 Uhr waren wir zurück am Auto, bis ich alles gepackt und noch etwas gegessen hatte, war es 13 Uhr und es ging los. Ich muss zugeben, dass ich doch etwas nervös war, denn ich bin noch nie solch eine Tour gefahren und dann gleich so eine lange Strecke. Dazu kam, dass ich mich blind auf meinen Wahoo Computer verlassen musste, denn ich hatte keine Ahnung, wo die Strecke lang ging, doch die Navigation funktionierte perfekt. Dazu aber später mehr.

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Direkt nach dem Strart in Grindelwald ging es rauf auf die große Scheideg, das ist mit kalten Beinen natürlich kein Spaß, dazu noch ein 19kg schweres Rad und noch die Belastung vom Vortag in den Beinen. Ich muss zugeben, dass ich mir etwas schwer tat, aber umkehren ging ja nicht, Julia war ja schon losgefahren und auf dem Weg heim. Also ging der Weg nur vorwärts. So brauchte ich für den Anstieg ca. 70 Minuten, aber der kritische Teil kam dann für mich erst, denn meine Bremse am Vorderrad will nicht mehr so recht, so dass ich extrem vorsichtig fahren musste, um immer rechtzeitig abzubremsen. Das klappte aber ganz gut, nur einmal hätte mich beinahe ein SUV abgeräumt, der mir komplett die Kurve schneidend entgegen kam. Ansonsten wieder: traumhafte Landschaft:

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Kaum war ich im Tal ging es den nächsten Berg hinauf, in ein Nachbartal. der Anstieg war aber schon nicht mehr so lang und auch gut zu fahren. Der größte Teil ging durch einen Wald auf einem guten Schotterweg, die Abfahrt war dann aber wieder etwas steiler, hier musste ich höllisch aufpassen, nicht zu schnell zu werden. Merke: Alpenpässe ohne wirklich funktionierende Bremsen sind keine gute Idee… Dafür wurde ich mit der ersten tollen Aussicht auf die Schweizer Seen belohnt. An diesen ging es dann entlang, bis nach Lutzern – fast immer auf perfekten Radwegen oder Feldwegen. Ich bin immer wieder begeistert, welch kleine Schleichwege Komoot kennt. Danach ging es noch wellig weiter bis Wettingen, wo ich dann in dem Hotel, das ich mir ausgesucht hatte, auch noch ein Zimmer bekam. Ich hatte nicht vorgebucht, da ich mir nicht sicher war, ob ich die 150km auch schaffen würde. Habe ich dann aber und die Hotelbesitzerin war komplett unkompliziert. Und es gab sogar eine Hotelkatze 😉

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Das Abendessen wurde dann international: zuerst war ich bei einem Chinesen, der direkt im gleichen Gebäude war. Der war gut, aber auch arg teuer und satt war ich leider immer noch nicht. Also gab es danach noch eine Pizza und ein Falaffel Dürüm. Ok, ich geb zu, ich bin verfressen, aber ich wusste ja, was am kommendenden Tag noch kommen würde.

Gegen 23 Uhr ging es dann auch schon ins Bett, wo ich auch gleich wie ein Stein eingeschlafen bin.

Am nächsten Morgen gab es natürlich ein reichliches Frühstück: 3 Brötchen, ein Croissant, eine große Schale Müsli und natürlich Kaffee. Das sollte für die ersten Kilometer erst einmal reichen. Das Losfahren war dann natürlich etwas zäh, doch nach ca. 10km hatte ich mich wieder eingefahren und es lief blendend. Das Wetter war toll und die Landschaft auch – leider auch immer noch recht wellig, aber ich hatte am Vortag ja nur etwas mehr als 2000hm geschafft, da musste ich ja noch die restlichen 4000 fahren. Nach ca. 2 Stunden kam ich dann auch in Schaffhausen an, und konnte mir recht in Ruhe die Rheinfälle anschauen. Es waren kaum Touris da – scheint noch keine Saison zu sein (ok, und es war Montag früh am Morgen). Sagen wir so, die Wasserfälle sind ganz nett, aber Julia und ich sind durch Island doch etwas verwöhnt, gegen den Dettifoss oder den Gulfoss sind die Rheinfälle doch etwas mickrig. Aber gut, gesehen, und für gut befunden:

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Danach ging es wieder wellig weiter bis ins Donautal. Bei Kilometer 100 machte ich eine kurze Pause bei einem Supermarkt. Es gab Wasser, Saft, einen Eiskaffee und Waffeln. Die perfekte Sportlernahrung. Kurz vor dem Donautal hatte ich dann auch einen Mitfahrer, mit dem ich etwas quatschen konnte. Im Donautal ging es dann auf dem Radweg an der Donau entlang, vorbei an den tollen Felsformationen. Ich war da ja schon einmal vo ca. 15 Jahren zum Wandern, daher kannte ich die schon, aber ich wollte das Tal nochmal sehen. Hat sich gelohnt, auch dass ich dafür einen Umweg von ca. 50km gefahren bin. Das Tal ist toll und auch hier waren kaum Touris unterwegs. Ich denke in der Hochsaison wird ees hier schon voller. Dafür habe ich einen japanischen Rentner getroffen, der die Donau komplett abwandern wollte. Da hat er auch noch was vor sich. Der war aber total goldig und wünschte mir auch noch alles gute für meine Fahrt.

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Den Rest des Tages ging es wellig weiter, immer wieder über Feldwege, Waldwege und kleine Straßen oder Radwege, eigentlich nur in Ausnahmen mal über Landstraßen. Einfach toll, aber wirklich schnell war man so halt nicht. Zweimal machte ich noch Halt ein einem Supermarkt, es gab jeweils Trinken und auch was zu futtern, da ich nicht nur von meinen Riegeln leben wollte.

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Gegen 21 Uhr war ich dann in Pforzheim hier gab es dann doch mal etwas Vernünftiges zu essen: Pizza (ich wollte mal etwas mit Salz essen). Natürlich auch wieder reichlich zu trinken und gegen 21:45 ging es dann weiter.

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Hier wurde es dann auch bald dunkel. Das war eine tolle Stimmung: alleine auf dem Rad in der einsetzenden Dunkelheit.

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Allerdings erschwerte die Dunkelheit die Navigation, aber wirklich verfahren habe ich mich eigentlich nie. Ich kam nur etwas langsamer voran als geplant, aber das war in Ordnung. Ich rechnete etwas und mein Plan war, gegen 7 Uhr in Frankfurt zu sein. Das sollte passen. Kalt wurde es auch nicht wirklich. Selbst in der Nacht brauchte ich keine Windweste, ldeiglich die dünnen Armlinge waren ganz angenehm. Dazu noch die Warnweste, damit man mich auch sah (auch wenn die Weste total bescheuert aussieht, aber Sicherheit geht vor).

Das Stück gegen Ende der Bergstraße und duch Darmstadt wurde dann leider etwas nervig: die Straßen, bzw. die Radwege waren in extrem schlechtem Zustand und die Wegführung durch die Stadt eine Katastrophe. Merken: in Zukunft, Darmstadt weit umfahren. Nach Darmstadt wurde ich dann sogar über den futsch neuen Radschnellweg gelotst, mit dem sich hier so einige Politiker profilieren wollen. Das Ding ist ja einen ganz nette Sache aber ganz ehrlich: es wird wohl kaum jemand regelmäßig mit dem Rad aus Darmstadt nach Frankfurt pendeln. Das Geld für diesen Weg hätte man besser in eine Radweg Infrastruktur in der Stadt investieren können. Aber sei es drum.

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Während ich auf dem Weg fuhr ging dann auch wieder die Sonne auf:

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Anschließend ging es noch über bekannte Wege durch den Stadtwald an Neu Isenburg vorbei nach Frankfurt wo ich dann auch wirklich wie geplant um 7 Uhr ankam. Das war ich dann schon mehr als erleichtert und auch etwas stolz, diese Strecke in ca. 19 Stunden gefahren zu sein.

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Insgesamt waren es 423 km und 3800hm, die ich an dem zweiten Tag gefahren bin. Das war sicherlich nicht meine letzte Radtour in der Art, wobei es nicht nochmal so lang werden muss ,-) Schaun ma mal…

Hier noch die beiden Etappen:

 

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wenn Wünsche wahr werden – Swissman 2019

Morgens um 2 klingelte wie immer der Wecker. Dieses Mal waren wir nicht mit einem Camper unterwegs, sondern mit dem Transporter und einem Zelt. Dummerweise regnete es die Nacht vor dem Rennen, so dass wir im nassen Dunkel auch noch ein Zelt abbauen mussten. Dennoch waren wir rechtzeitig in der Wechselzone zum Einchecken des Rades. Es regnete nicht, aber in den umliegenden Bergen zuckten immer wieder Blitze – ganz so wie schon am Tag vorher bei der Wettkampfbesprechung angekündigt. Aber noch gab es keine alternative Ansage, so dass wir zum Bootsanleger trotteten und wir uns auf das Schwimmen vorbereiteten.

Ich gebe zu: das Schwimmen war dieses Jahr nicht meine Lieblingsdisziplin. Irgendwie war ich trotz Training nicht in den Tritt gekommen und die Hoffnung, dass es kein Schwimmen geben könnte, beflügelte mich. Und manchmal werden Wünsche ans Universum erfüllt… Aber erst einmal schifften wir ein und warteten auf das Ablegen des Bootes. Letzteres allerdings zog sich hin. Irgendwann gegen halb 5 stiegen Katrin und Beat von der Orga mit besorgten Gesichtern die Treppe zum Bootskapitän hinauf – und brauchten ziemlich lange, bis sie wieder runter kamen. Damit wurde ein pünktlicher Start um 5 unmöglich. Dann kam die Ansage von Katrin, dass wir nicht ab den Brissago Inseln schwimmen würden, aber auch Plan B (der 6km Lauf) nicht einträte, sondern dass wir alternativ eine Strecke von 1km entlang des Ufers schwimmen würden (was im Rückblick eine richtige Entscheidung war, denn innerhalb von einer Std nach unserem Start ging das Gewitter auf dem See los). So wanderten also 200 Athleten entlang der Strandpromenade ein Stück weiter westlich und wurden auf dem Bootssteg wie immer von Beat verabschiedet. Während wir überwiegend noch auf dem Bootssteg standen, gingen plötzlich die Kuhglocken und die Meute stürzte ins Wasser. Das war dieses Jahr gefühlt auch kälter als sonst und ich war froh, dass es nur ein kurzer Ausflug mit dem Neo geben würde. Nach knapp 25 Minuten (sagte ich nicht, dass ich nicht gut drauf sei beim Schwimmen?) war ich aus dem Wasser, Alex holte mich am Strand ab und dann ging es zum Rad, Anziehen und ab ging durch das frühmorgendliche Ancona.
Noch war das Wetter trocken und so rollten wir Richtung Bellinzona. An dem Abzweig stand wie immer Alex – und kurz danach fing es an zu tropfen, noch ein wenig später ging das Tropfen in Regen über. Alex stand im Regen und bot mir die Regenjacke an, die ich dankend annahm. Und weiter ging es. Es regnete richtig, alles war nass, aber gut. Dafür waren die Beine gut, die Stimmung auch, ich konnte regelmäßig meinen Schluck aus der Gelflasche nehmen – was wollte ich also mehr. Irgendwo zwischen Biasca und Arioso hörte der Regen mal auf, aber nur, um dann wieder anzufangen. Es war relativ kühl, so dass ich auch im Anstieg zum Gotthard die Jacke anließ. Die Kehren zum Gotthard ließen sich gut fahren. Wie bemerkte es Alex: die Männer fahren bei diesem Rennen los wie die gestörten, nur um dann an den Bergen quasi stehen zu blieben. Kucken die sich das Höhenprofil vorher nicht an? Es rollte die Tremola hoch -dieses Mal sogar echt gut. Oben auf dem Pass wartete Alex mit warmem Getränk, ich zog den Reißverschluss der Jacke zu und flitzte runter. Also, relatives Flitzen natürlich – Laurens ten Damme fuhr den Pass mal in 6,5 Minuten runter – ich brauche immer noch knapp 10. Unten am Kreisel in Hospental steht der „Medizinmann“, organisiert den Verkehr und lässt mich direkt nach Reals abbiegen. Wobei…AUA! Der Antritt nach dem Kreisel zieht bei den Temperaturen ganz ordentlich an den Oberschenkeln. Aber auch nur für einen Moment.
Das erste Mal in 7 Jahren kommt ein Zug durch Zumdorf (kleinstes Dorf der Schweiz) und ich stehe wirklich vor der Schranke. Aber gut, einen Schluck trinken und dann geht es auch weiter.
Da die Tour de Suisse an dem Wochenende auch am Furka ist, fahren die Begleitfahrzeuge der großen Radteams auch immer wieder an uns vorbei – Movistar, Ineos, Katjuscha – you name it. Auf den ersten Metern am Furka werden wir fast von einem Mechanikertruck eines Continental-Teams umgefahren. Und dann geht es auf den Furka. Es tropft immer wieder, aber nie so, dass man es als Regen bezeichnen könnte. Es geht mir gut, Alex ist natürlich auch immer wieder da und bietet Essen, trinken und Bekleidung an 🙂 Oben auf dem Pass dann also das bekannte Spiel – Jacke zu und wieder runter. Das schöne ist: wegen der Tour de Suisse sind die Straßen frei von Rollsplitt und das Abfahren macht noch extra Spaß. Unten dann den Abzweig nach rechts den Grimsel rauf und ich kann es kaum glauben, dass in 5 Kilometern die Berge schon wieder vorbei sein sollen. Ich trete einfach den Grimsel rauf und freue mich auf die lange Abfahrt. Oben auf dem Grimsel drückt Alex mir eine nächste Gelflasche in die Hand und sagt, dass die dritte Frau knapp eine Minute vor mir sei. Innerhalb von wenigen Kilometern überhole ich sie und jage weiter den Berg runter. Vor der Aareschlucht rolle ich zu einem Bikepacker vor, der sich irgendwie bedroht von mir fühlt. Im letzten Anstieg mit dem Rad für den Tag überhole ich ihn.
Ab Meiningen geht es dann Richtung Bring – das erste Mal ever mit Rückenwind. Es rollt gut, der Rücken zibbelt nicht so viel und arg wie die sonstigen Jahre und ich rolle in die Wechselzone. Alex nimmt das Rad und ich würde so gerne Pipi machen – darauf freute ich mich quasi schon seit 5 Std. Aber: Dixi war belegt, also dann mal losgeschlappt. Dort sehe ich die 4. in die Wechselzone rollen. Also, weitermachen. Es geht wie immer zu den Giesbachfällen rauf. Plötzlich kommt Sampos Stimme aus dem Gebüsch (er hockte dort zum Fotos machen), dass die 2. nicht weit weg sei. Na dann…Ich schlappe die Hügel rauf und runter – es sind sehr nette Kilometer, das Wetter ist perfekt für mich. Bei Kilometer 8 kommt mir Alex mit dem Rad entgegen. Manchmal tropft es, die Beine machen, was sie sollen, alles ist gut. Ich erinnere mich nicht mehr, bei welchem Kilometer die 2. in Sichtweite kam, aber in Böningen überholte ich sie. Wir wechselten kurz ein paar Worte und dann war ich vorbei. Jetzt bloß nicht abbauen! Aber, es lief weiterhin gut. Allerdings fing das linke Knie bei Kilometer 28 an zu zucken. Muss doch nicht sein. Aber, ich fand eine Heilung, als ich mich bei Kilometer 31 mal kurz zum Pipi machen hinhockte – danach waren die Schmerzen weg. Alex fuhr wie immer vor, ließ die Rucksäcke checken und wartete auf mich. Am Checkpoint wartete Dominik, wünschte mir alles gute für die letzten Meter. Und dann ging es wie immer steil nach oben. Wir kampfandern unseren Weg den Berg hoch. Die Sonne kommt raus! Und das bei der Ankündigung eines kompletten Regentags. Wir kommen nach Alpiglen zu den Salzstangen. Alex schnorrt mir noch ein gel und einen Koffeinshot und dann nehmen wir die letzten Kilometer in Angriff. Vor dem Ziel fängt es natürlich an zu regnen 🙂 Aber wir kommen oben an und ich freue mich wie Bolle. Was ein guter Tag!
Flora, die Siegerin, wartete noch und wir gratulierten uns.
Dann das übliche: umziehen, als die 3. auch ankommt und wir quatschen, während wir uns umziehen. Wir müssen nicht lange auf die Bahn nach Grindelwald warten. Unten angekommen schlappe ich zum Campingplatz (mittlerweile erinnern sie sich dort an mich), während Alex das Auto holt. Als er dann gegen 10 Uhr zurück ist, regnet es in Strömen und wir bauen das Zelt im nassen Dunkel auf.
Ein weiterer längster Tag des Jahres ist vorbei!

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