Wenn man schon mal hier ist, muss man sich auch das allmorgendliche Posing am Schwimmstart geben und da auftauchen. So auch wir. Die Schwimmstrecke selbst ist genial: zwar ist sie noch nicht komplett abgesteckt, aber bis ca. einem Kilometer stehen die Bojen schon. Soweit bin ich dann auch geschwommen und auch hier wieder: Fische ohne ende und dazu: drei Schildkröten, die direkt am Pier frühstückten und sich von den verrückten Schwimmern nicht im Geringsten beeindrucken ließen.
Nach dem Schwimmen ging es gleich weiter: Startunterlagen abholen. Das ist hier eine etwas längere Prozedur, aber perfekt organisiert. Wer meint, der Ironman in Frankfurt wäre perfekt, sollte hierher kommen, das ist noch mal eine Stufe besser. Leider war Linda nicht da, so dass ich sie noch nicht getroffen habe. Sie werkelt wohl im Race Office, also muss ich da mal hin.
Anschließend hatte ich einen Phototermin mit den Triathlon-Magazin Jungs. Das lief aber recht gut – bin gespannt, wie die Bilder werden.
Der Versuch zu laufen endete nicht so gut. Nachdem ich 6km unterwegs gewesen war, taten mir meine Oberschenkel so was von weh – wenn das am Samstag nicht besser wird, wird das ein gaaaanz langer Tag – ich schiebe das aber mal auf die Saltin-Diät und einen eventuell damit verbundenen Mineralmangel – man muss sich nur alles schön reden. Aber es ist unglaublich, was die Jung hier noch trainieren – hier wird geballert bis zum Umfallen – Tapering scheint ein Fremdwort für die meisten zu sein.
Damit war der Tag noch nicht abgeschlossen: alle zusammen ging es nachmittags auf den Mauna Kea zum Sonnenuntergang. Die Fahrt war zwar anstrengend, aber der Sonnenuntergang war der Hammer. Es ist eine ganz eigene Stimmung dort oben, aber wunderschön – und wahnsinnig kalt. Gut, der Berg ist ja auch über 4000 Meter hoch, da kann man davon ausgehen, dass es keine 30 Grad mehr hat….
Am Abend reichte es mir dann auch – ich bin hierher zum Urlaub gekommen und will mir nicht unnötigen Stress machen. Morgen wird mal etwas ruhiger.
T-4 – Terminstress
T-5 – Ausflug zur Göttin Pele und ein großer Schock
Nachdem wir morgens wieder ca. 20 Minuten schwimmen waren, wollten wir natürlich auch die aktiven Vulkane der Insel sehen. Die Fahrt dahin zog sich doch länger als erwartet, so dass wir erst nach ca. 3 Stunden dort waren. Unterwegs gab es noch einige Kaffe- und Macadamia-Farmer, bei denen wir uns ebenfalls eindeckten. Der Kilauea ist wirklich beeindruckend. Die Caldera ist riesig und in der Mitte raucht es noch gehörig – ein Zeichen für die starke Aktivität hier. Weiter ging es über die Chain of Crater-Road, die bis hinunter ans Meer ging. Hier sah man die alten Lavaströme, die eine schwarze Landschaft hinterlassen hatten. Auch die zwei unterschiedlichen Lava-Sorten konnte man immer wieder gut unterscheiden. Leider kamen wir auf der Straße, auf der wir gekommen waren, nicht bis an die ins Meer fließende Lava, so dass wir darauf verzichten mussten. Schade. Wieder zu hause gab es einen riesen Schreck: Howard war gestern von einer Biene gestochen worden und das Bein war heftigst angeschwollen. Also ab ins Krankenhaus, wo er recht heftige Medikamente bekam. Aber ansonsten scheint das nicht so schlimm zu sein – wenn man das so sagen kann. Gegen Mitternacht waren wir dann wieder im Bett.
T-6 – Welcome to Hawaii
Planmäßig stand heute die Tour nach Hawi auf dem Programm. Mit den Hannes Jungs fuhren wir im Bus dorthin, so dass wir dann die Strecke zurück radeln konnten. Der Wind stand für uns bestens, sprich, wir hatten die ganze Zeit Rückenwind. Zumindest beinahe. Die Strecke ist klasse – absolut mein Ding – wellig und windanfällig. Ok, ich bin gehässig und auch ich werde fluchen am Samstag, aber ich denke, dass ich mit den Bedingungen ganz gut zurecht komme. Andere Starter sahen das anders und waren am fluchen über den Wind. Ich frage mich, was die sich vorgestellt haben – Kindergeburtstage finden wo anders statt. Wieder zu hause, bzw. in unserer Unterkunft, bei der wir unglaubliches Glück gehabt hatten, wollten Howard und ich wenigstens noch mal kurz schwimmen gehen, da wir ja auch einen Strand direkt vor der Haustüre haben. Ist das mal geil: Schwimmen im Meer ist ja eh’ schon cool, aber hier ist es noch mal eine Stufe genialer. Kristallklares Wasser und Fische, soweit man blicken kann: gelbe, schwarze, graue, kleine, große – wie im Aquarium beim Chinesen. Ich bin kaum zum Schwimmen gekommen und habe mehr die kleinen Jungs beobachtet. Nur eine Honu-Schildkröte haben wir noch nicht gesehen. Aber des kommt schon noch. Abends gab es dann noch ein leckeres Abendessen zusammen mit Tim, Michelle, Sofia und Leonie. Ok, für Howard und mich gab es keine Kohlenhydrate mehr – Saltin lässt grüßen….
T-7 – Flugmarathon
Uff, endlich angekommen. Nach 27 Stunden Flug. Bereits in Frankfurt hatte unser Flieger ca. eine Stunde Verspätung, was dazu führte dass wir in Chicago kaum Zeit zum Umsteigen hatten. Das führte aber dann dazu, dass wir nicht so streng kontrolliert wurden und nach einem Sprint durch den Flughafen ging es dann schon weiter nach San Francisco, wo wir dann erst mal ca. 5 Stunden warten durften – Hurra. Wie gesagt, so kam es dann dazu, dass wir statt 8 Uhr Ortszeit gegen Mitternacht erst ankamen. Am Flughafen wurden wir direkt von den Hannes Jungs begrüßt, mit Lei Kränzen und vor allem Getränken und einigen Subway Subs – sogar die schmecken nach solch einer Reise. Mit einem amerikanischen Schulbuss (!) wurden wir dann in unser Appartement gebracht und währene eines Regenschauers (!!!) durfte ich meinen Radkoffer 200 Meter weit schleppen, was dazu führte, dass ich patschnass geschwitzt war – ist doch etwas wärmer hier 😉 Natürlich musste ich zunächst kontrollieren, ob mein Rad noch heile war und alles zusammen bauen, so dass wir erst gegen 2:00 Uhr morgens ins Bett kamen – klingt nun nicht so sonderlich schlimm – um 4 Uhr aufstehen und um 2:00 Uhr ins Bett – dummerweise kamen noch 12 Stunden Zeitverschiebung dazu….
T-8 – Ready to go
So, alles ist gepackt. Eigentlich sollte es heute ja noch nach Münster gehen, doch Julia kränkelte etwas, und da machte ein Radrennen für sie nicht wirklich sinn – nicht bei dem Wetter. So sind wir dann hier geblieben und nun sind wir fi und fertig. Morgen früh um 5:15 kommt das Taxi und bringt uns zum Flughafen. Dann geht der Flug-Marathon los und wenn alles gut geht sind wir ca. 23 Stunden später in Kona – hoffentlich mit unbeschädigten Rädern – erst dann geht für mich der Urlaub los – aber das wird schon…
T-9 – Packen an allen Fronten
Sowohl im Büro, als auch zu hause stand heute Packen an. Im Büro musste ich all meine Kram in Kisten packen, die dann hoffentlich in der kommenden Woche in mein neues Büro transportiert werden und zu hause die Klamotten für Hawaii. Wie durch ein Wunder passt sogar alles in meine Tasche. Es kann also eigentlich nichts mehr passieren. Morgen wird dann nochmal alles ordentlich gepackt, denn es gibt noch Optimierungspotenzial.
Das Wetter geht mir hier langsam mal so richtig auf die Nerven. Weder konnte ich heute schwimmen noch anständig radfahren. Lediglich eine Stunde mit dem Crosser war zwischen zwei größeren Schauern möglich – ich mag nicht mehr….
T-10 – Es wird spannend…
Tja, so langsam rückt der Abflug in greifbare Nähe. Nur noch ein Arbeitstag, dann geht es auch schon los. Den werde ich wohl größtenteils damit verbringen, mein Büro in Kisten zu verpacken, denn nun sind wir dran mit Umzug. Ich bin mal gespannt, ob ich auch ein Büro haben werde, wenn ich nach dem Urlaub zurück bin, aber darüber mache ich mir im Moment keine Gedanken. Heute abend wurde erst einmal mein Rad verpackt. Es passte alles bestens in die Transportkiste – sogar alle vier Laufräder. Kann ja garnichts mehr schief gehen – nun muss nur noch alles heile ankommen…
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Das Wetter geht mir hier grad mächtig auf den Senkel. Eigentlich wollte ich heute 2 Stunden locker rollen, doch bei Dauerregen wollte ich das nicht riskieren. So musste ich dann Laufen – dick eingepackt bin ich dann 11km getrabt. Eventuell klappt es morgen mit dem Rad, ansonsten geh ich nochmal schwimmen – und dann steht morgen die große Aufgabe an, meine Klamotten zu packen – ich hab etwas Angst, dass nicht alles in die Tasche passen wird…..
T-13 – Fertig mit Training
So, das wars. Nun ist der Hauptteil des Trainings geschafft, die kommenden zwei Wochen wird getapert. Das ist natürlich eine ziemliche Umstellung, aber glücklicherweise gibt es noch genug zu tun. Einige Sachen einkaufen, Packen, das Rad fertig machen und verpacken, dann müssen wir Freitag noch nach Münster und Samstag geht es dann looooos!!!!!
Der letzte Trainigsblock war nicht so ganz sinnvoll, eigentlich wollte ich nochmal einen Dreierblock auf dem Rad machen. Die ersten beiden Tage waren dann auch gut: Freitag knapp 3 Stunden, Samstag 5:30 leider heute dann nur 3 Stunden, die dafür aber richtig schnell. Zu mehr hatte ich keine Zeit, da vormittags der Race for the Cure war und danach gab es wieder mal Kaffee und Kuchen – man muss ja auch noch leben…. Morgen geh ich dann mal locker schwimmen…..
Ach ja: Julia ist gestern zweite geworden beim Race for the Cure und was gewinnt sie: einen Hotelgutschein für ein Hotel ca. 100 Meter von unserer Wohnung entfernt 😉 HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!
Und noch einer: ein Bekannter, der ebenfalls grad seine Chemo wegen der gleichen Seuche wie ich hinter sich hat, ist gestern den Marathon in Berlin gelaufen – da soll noch einer sagen, ich hätte einen an der Waffel….. Nochmal Glückwunsch!
T-16 – So langsam wird es ernst
Heute kamen unsere Reiseunterlagen, so langsam wird es spannend. Außerdem habe ich nun schon meine Startnummer: 1424. Die ersten Haufen mit Klamotten für die Insel stapeln sich auch schon in der Wohnung – noch etwas mehr eine Woche bis zum Abflug kommenden Samstag…
Zur Feier des Tages war ich heute abend dann nochmal lange laufen – ich sage nochmal – es war mein erster Lauf über 2 Stunden seit über einem Jahr (ich glaub der letzte war beim Ironman 2007). Naja, 2:27 war ich unterwegs und wurde glücklicherweise von Julia begleitet, so war es nicht ganz so schrecklich. Aber platt war ich danach dennoch…. Nun noch ein Rad-Dreierblock und dann war es das – dann nur noch tapern!!!Und Packen….


