so, Koffer sind gepackt, Räder hoffentlich sicher verstaut, gleich kommt Michelle und bringt uns zum Flughafen. Wenn alles gut geht sind wir dann heute abend (bzw. morgen früh in deutscher Zeit) in Kona. Mal sehen…
T-11 – So, das wars
Nein keine Angst, ich werde immer noch starten. Nur bin ich nun mit dem Training fertig. Am WE bin ich nochmal lange Rad gefahren – mit einer unfreiwilligen Koppeleinheit, denn nach einem zweiten Platten musste ich mein Rad ca. 4km zur S-Bahn schieben. Eigentlich keine große Sache, nur dass man mit Rdschuhen nicht wirklich gehen kann und die Lösung ohne Schuhe zu laufen führte zu diversen Blasen an meinen Füßen – Hellau!
Naja, heute abend war ich dann nochmal laufen – einmal richtig lan musste nochmal sein, also bin ich direkt nachdem ich aus dem Büro gekommen bin los (nach einigen Keksen als Energielieferant) und dann mal wieder am Kanal entlanggeschlappt: 15km in eine Richtung, 15km zurück. Das gute an einer Wendepunktstrecke ist, man sieht sofort, ob man langsamer wird – wurd ich aber nicht! Beide Hälften bin ich bis auf 30 Sekunden Unterschied gleich schnell gelaufen. Das macht doch Mut. Nun noch zwei Tage arbeiten (morgen in Erlangen, Donnerstag in Offenbach) – nebenbei irgendwie packen und dann geht es freitag ab nach Hawaii!!!
T-24 – immerhin Schwimmen
So, nachdem ich es mir gestern mal wieder voll gegeben habe und 2 Stunden laufen war, hatte ich heute wieder mal nur kurz Zeit. Die konnte ich immerhin nutzen, um mal wieder zu schwimmen zu gehen. Also 3km zum Schwimmbad gejoggt, dann 2km geschwommen und wieder ins Hotel gelaufen. Imerhin etwas.
Morgen abend werd ich dann mal wieder richtig lang laufen und dann geht es Freitag schon wieder zurück nach good old Frankfurt…..
T-25 – HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH LIEBE JULIA….
Da wünsche ich Dir doch glatt nocheinmal Alles Gute zu Deinem Geburtstag. Feiere schön und bis gleich.
T-30 – So langsam kann man die Tage zählen
Nur noch 30 Tage dann geht der Spaß auf der Insel wieder los. Es wird also langsam mal Zeit nervös zu werden.
Eigentlich wollte ich heute sogar brav schwimmen gehen, doch wie immer wurde es später im Büro, so dass es dann schon zu spät war. Also bin ich 21km gelaufen – hat sogar Spaß gemacht. Wieder einmal habe ich nichts von meiner Sehne gespürt, schon komisch. Ich könnte wetten, dass sie Samstag auf dem Rad nach 5km wieder anfängt zu spinnen… Schaun ma mal….
Magna Cum Laude…
… das ist das Ergebnis meiner heutigen Disputation 🙂
Hehe, das bedeutet ich bin so gut wie fertig mit meiner Promotion. Nur noch die letzten Druckauflagen erfüllen, dann die Arbeit drucken lassen und das war es dann wirklich. Dann darf ich den Titel auch führen. Im Moment ist die Situation etwas seltsam: ich darf mit dem Titel angesprochen werden, darf ihn aber noch nicht führen – ok, noch eine Hürde, dann ist auch das vorbei….
Die Disputation lief heute sogar ganz gut, zwar habe ich zu lange geredet, aber bin noch im Rahmen geblieben. Geschwitzt habe ich wie ein Irrer, aber auch die anschließenden Fragen konnte ich eigentlich alle beantworten – scheinbar zur Zufriedenheit meiner Prüfer.
Feiern kann ich aber noch nicht, denn ich musste direkt nach der Dispuation wieder meinen Zug nach Erlangen bekommen – hier bin ich nun wieder angekommen, damit ich morgen wieder schaffen kann – aber die Feier ist natürlich aus der Welt, nur etwas verschoben.
Nur noch ein Monat
Nun muss ich mich aber wirklich mal wieder melden, man könnte ja sonst schlimme Dinge denken. Nur noch ein Monat, dann geht es los nach Hawaii. Hurra, oder Oh Gott!!! Natürlich ist in den letzten Wochen einiges passiert, das wichtigste: JULIA HAT DIE QUALI!!!! Beim Ironman UK war sie kaum zu halten und stürmte nach durchwachsenem Schwimmen an die Spitze Ihrer Altersklasse und blieb dort auch. Insgesamt wurde sie so fünfte und zweitbeste AKlerin insgesamt. Das bedeutet: Wir dürfen zusammen auf Hawaii starten!! Ist das mal cool. Dann kommt auch der Bernd mit, verspricht also ein super Urlaub zu werden.
Dumemrweise macht mir meine Achillessehne gradetwas Sorgen – seltsamerweise beim Radfahren. Laufen geht ohne Probleme, auch lange oder schnell, aber schon nach 10 Minuten auf dem Rad spinnt die Sehne – keine Ahnung was das soll. Da ist es im Moment genz gut, dass ich wieder mal in Erlangen bin und hier eh nur laufen und schwimmen kann. Leider hab ich es hier auch vorgestern und gestern etwas übertreiben und habe heute eine leiche Muskelkatze in den Beinen – mal sehen, ob ich damit zum Schwimmen komme – da muss ich ja auch immer erst ca. 3km hinjoggen.
Ansonsten geht es mir gesundheitlich wieder gut – die letzte Nachsorge lief wieder gut. Tumormarker und MRT – alles unauffällig. Vor allem hat mein Doc nun entschieden, dass ich vorerst nur noch Tumormarker bestimmen lassen muss – und nicht jedes mal wieder durchleuchtet werden muss – da bin ich ja schon mal froh. So wirklich gesund ist die Duchleuchtung ja auch net..
Eine große Herausforderung gibt es noch, bevor ich mich wirklich auf Hawaii freuen kann: kommenden Mittwoch werde ich meine Disputation halten. Eigentlich sollte ich darauf ja optimal vorbereitet sein, nach all den Schulungen, die ich nun schon gegeben habe, aber irgendwie ist das doch wieder etwas anderes.. Herrje, schaun ma mal, was das wird….
Datterich Ultra
Ja, ich kann es nicht sein lassen. Diesen Sonntag stand mal wieder der Datterich Ultra an. Jens hatte mich gefragt, ob ich dazu Lust hätte. Also sagte ich zu. Die Mannschaft war relativ chaotisch: 3 Starter ohne Helm, einer mit einem Call-A-Bike Rad – aber alle mit viel Spaß. Da das Schwimmbad dieses Jahr renoviert wird wurde der Datterich als Duathlon ausgetragen: 1,6km Laufen, dann 18 km Rad und anschließend nochmal 4,2 km Laufen. Trotz des vergangenen IRONMAN lief das Rennen recht gut. Ich war ca. 50 Minuten unterwegs. Allerdings wurden wir nicht gewertet, da unsere Mannschaft aus nur 8 Startern bestand – egal, Spaß hat es dennoch gemacht… Nun aber nochmal eine Woche Ruhe, damit ich dann kommendes WE dann frisch erholt in Waldeck starten kann.
Dann muss aber auch gut sein, mit dem Lotterleben. Vergangene Woche habe ich so ziemlichen Schrott gegessen, den ich mir in der letzten Zeit verkniffen habe. Das langt nun aber, ab kommendem Wochenende wird wieder gesund gelebt…..
Nun auch der Bericht zum Sonntag…
Jo, das lief ja ganz gut, aber der Reihe nach.
Nachdem meine beiden Testwettkämpfe in Münster und Bruchköbel recht gut gelaufen waren, hatte ich ja in einem Anflug von Größenwahn angekündigt, dass ich unter 9 Stunden bleiben wollte. Insgeheim war das von Anfang an mein Ziel gewesen, aber soetwas vor einem IRONMAN anzukündigen, ist schon etwas überheblich. Irgendwann hatte ich mich dann doch verplappert und alle Welt sprach mich drauf an. Also hatte ich eine zusätzliche Motivation. Das sollte doch reichen. Mein Plan sah vor, 1:05 zu schwimmen, 3 Minuten T1, dann ca. 4:40 Rad zu fahren, 2 Min T2 und dann 3:10 zu laufen. Es kam nicht ganz so…
Das Schwimmen lief super – wieder einmal ein Beleg dafür, dass dieses exzessive Geschwimme nix bringt. 1:01:49 war meine Zeit. Ok, die Strecke war etwas zu kurz, aber sei es drum. Dafür war es abartig warm. Ich glaube, niemand konnte die Entscheidung der Organisatoren nachvollziehen, warum die Neos erlaubt waren. Aber sei es drum, ich hab es ja überlebt.
Der Wechsel war auch problemlos, zwar etwas länger als geplant, aber alles noch im Plan. Ich hatte ja nach dem Schwimmen 3 Minuten gut.
Das Rad: herrlich. Wie immer fuhr ich wie ein Irrer los, möglichst schnell wollte ich alle potenziellen Gruppen überholen. Das hatte als Nebeneffekt, dass ich nun wieder Europameister der ersten 12km bin 😉 Na gut, keine echte Wertung aber immerhin. Die erste Runde lief dann auch perfekt, knapp ein Schnitt über 40km/h. Und das, obwohl ich bewußt auf meinen Puls und die Watt achtete. Bei Kilometer 100 kam wie erwartet meine “Einbruch”, den ich aber dank Extran recht schnell überwinden konnte. Keine Ahnung warum, aber bei Kilometer 10 geht es mir immer schlecht (egal ob im Training, oder im Wettkampf)…. Die zweite Runde wurde doch etwas anstrengender, zumal der Wind auch etwas auffrischte. Dazu kam, dass ich fast komplett alleine unterwegs war, so dass ich keine Gegner mehr zum überholen hatte. So konnte ich wenigstens konsequent weiter futtern: alle 20 Minuten ein Gel, alle 45 Minuten ein drittel Riegel und regelmäßig trinken. Beim zweiten Mal in Bad Vilbel dann der Schock: ich war so ungefähr auf Gesamtplatz 25 (das war ok), aber nur 5ter meiner AK. Das gibt es doch nicht, da fahr ich wie ein Irrer und vor mir turnen noch 4 andere rum. Naja, nach 4:36:06 war dann die schöne Zeit auf dem Rad vorbei und die eigentliche Arbeit begann: 4 Runden um den Main.
Der zweite Wchsel lief auch bestens, da ich ganz alleine in der Wechselzone war, gab es hier auch kein Gedränge. 1:42 – Also war ich immer noch voll im Plan.
Lauf: vorgenommen hatte ich mir volles Risiko: entweder sollte es klappen, oder ich würde gnadenlos eingehen. Also lief ich so schnell es irgend ging los – den ersten Kilometer in 4 Minuten. OK, das war dann doch zu schnell. Also etwas langsamer und dann von Verpflegung zu Verpflegung. An jeder gab es Iso mit Wasser und dazu jede halbe Runde ein Gel. Nach ca. 8km musste ich einen Zwischenstopp im Dixie einlegen und etwas Ballast loswerden, danach lief es sich gleich viel besser. Die ersten beiden Runden liefen bestens, in der dritten fing ich dann aber doch an zu schwächeln und ich verabschiedete mich schon innerlich von meinem Ziel. Dazu kamen ganz böse Seitenstiche, die dazu führten, dass ich an zwei Verpflegungen gehen musste. Ich vermute, das kam von den kalten Getränken, die es an einer Verpflegung gab. Die vierte Runde wollte ich dann nocheinmal alles geben. Ich zwang mich nochmal, schneller zu laufen – zumindest versuchte ich es. Also Vollgas so gut es ging. Dennoch wollte das Tempo nicht mehr so recht höher werden. Rechnen konnte ich eh nicht mehr und auch auf die vielen Anfeuerungen konnte ich nicht mehr reagieren. Tut mir leid, all Ihr Zuschauer. Nicht leid tut esmir um die Deppen, die ohne Rücksicht “ihre” Sportler begleiteten und mir den Weg blockierten – und von mir dann weggrempelt wurden. Muss doch nicht sein! In dem Wald vor der Gerbermühle rief Tim mir zu, dass ich noch 18 Minuten hätte, und die 9 Stunden noch zu schaffen sein. Das gab mir die letzte Motivation, nocheinmal mehr als alles zu geben. Ich dachte mir: “Und wenn Du im Ziel zusammenbrichst, da wird keine 9 vorne stehen!” (Danke Tim, ohne Dich hätte ich das nicht geschafft – Tut mir leid, dass ich nicht mehr abklatschen konnte) Auch wenn mir eigentlich alles weh tat, gab ich nocheinmal Gas. Glücklicherweise bekam ich keinen Krampf mehr – nur im rechten Arm (???), aber den brauchte ich ja zum Laufen nicht. ca. einen Kilometer vor dem Ziel überholte ich noch einen Läufer, der auch fertig war. Ich rief ihm noch zu, er solle mitlaufen, damit es mit der Sub9 auch bei ihm klappt, aber er wollte oder konnte nicht mehr – ich Ziel sah ich dann, dass er eine vierstellige Nummer hatte, er also irgendwas um 8:45 gebraucht hatte – wie ungeschickt…. Ca. 500 Meter vor dem Ziel stand Julia und hielt mit die Flagge der Kinderkrebsstiftung hin. Unterwegs hatte ich mir überlegt, ob ich mit der Flagge einlaufen sollte, wenn es so knapp werden würden, dann aber dachte ich mir, entweder mit der Flagge, oder garnicht. Also, Flagge geschnappt, abgebogen in den Zielkanal und dann der Blick auf die Uhr im Ziel: 8:58:59 – genug Zeit für die letzten 100 Meter. Da gab es dann kein Halten mehr. Sprinten brauchte ich ja nicht mehr, da hinter mir auch noch mehr als genug Luft war. Nach 8:59:16 lief ich dann ins Ziel ein und konnte mich kaum noch auf den Beinen halten – da war ich froh über die Flagge, die ich dann als Gehstock missbrauchte. Nach den Glückwünschen von Daniel und Kurt Denk stürzten sich sofort Helfer und Betreuer auf mich, aber ich wollte nicht ins Medic-Zelt. Bloß keine Infusion – ich bin absolut kein Freund dieser “Unsitte”, dass mittlerweile jeder denkt, im Ziel eine Infusion zu brauchen. Und persönlich hab ich genug von dem Zeug in meinem Leben bekommen, das langt erstmal. Ich war nur froh mich erst einmal zu setzen und etwas zu verschnaufen – essen konnte ich noch nicht, trinken auch noch nicht, das ging erst nach ca. einer Stunde.
Bald kam dann auch Bernd, auch er hatte es geschafft: 9:32 – das bedeutete auch die Quali und nun fahren wir zusammen im Oktober erneut auf die Insel.
Der Rest des Tages wurde dann recht anstrengend: Duschen, Fisher Shirt abholen, doch etwas futtern, Rad abholen (das war leider eine organisatorische Katastrophe) und dann die Finishline Party, wo wir noch auf Michelle warteten, die es auch geschafft hat und nach 15:XX ins Ziel lief. Gratulation, Michelle!
Danke auch nochmal an dieser Stelle an alle Helfer, Betreuer, Anfeuerer und Unterstützer. Ich fange hier nicht an mit Namen, im Zweifel würde ich den einen oder anderen vergessen, und daher lieber so.
Soviel also zum Thema: “Die Arbeit bei Accenture macht dick und langsam.”…..


