{"id":5978,"date":"2023-10-28T22:23:01","date_gmt":"2023-10-28T20:23:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/?p=5978"},"modified":"2023-10-28T22:23:01","modified_gmt":"2023-10-28T20:23:01","slug":"basajaun-teil-2-alex","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/basajaun-teil-2-alex\/","title":{"rendered":"Basajaun &#8211; Teil 2: Alex"},"content":{"rendered":"<p><strong>Tag 1<\/strong><br \/>\n<img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230730074933\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230730074933.jpg\" width=\"640\" height=\"853\" \/><\/p>\n<p>Zum Start versammelten wir uns im Zentrum von Vittoria. Direkt auf dem Marktplatz sammelten sich ca. 350 unerschrockene Radfahrer, gr\u00f6\u00dftenteils auf Gravelbikes, aber auch einigen Mountainbikes. Es war trocken und nicht zu warm, das sah erst einmal nach guten Bedingungen aus. Ohne gro\u00dfe Ansprache ging es dann p\u00fcnktlich um 8:00 Uhr los. Eigentlich recht unspektakul\u00e4r.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230730080400\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230730080400.jpg\" width=\"640\" height=\"479\" \/><br \/>\nWie angek\u00fcndigt war die Fahrt aus der Stadt heraus neutralisiert, alles andere w\u00e4re wohl auch unverantwortlich gewesen, mit solch einem Pulk durch den spanischen Verkehr. Aber so lief es sehr entspannt. Polizei vor und hinter uns und wir hinter dem offiziellen wagen hinterher. Wir fuhren aus der Stadt heraus, bis in den n\u00e4chsten Ort. Nach ca. 7km wurde das Rennen dann am ersten Schotterst\u00fcck er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230730090934\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230730090934.jpg\" width=\"640\" height=\"853\" \/><br \/>\nIch musste ja meine Ansage wahr machen und als erster in die erste Kurve fahren, also setzte ich mich direkt an die Spitze, behielt dabei immer meinen Wattmesser im Auge. 230 Watt waren in Ordnung &#8211; dachte ich mir &#8211; als ich mich dann aber umdrehte war niemand mehr an meinem Hinterrad. So war das nun wirklich nicht geplant und die Jungs im Feld hinter mir dachten sich vermutlich: Was ein Anf\u00e4nger. Verdammt, aber stehen bleiben wollte ich nun auch nicht. Also erst einmal weiter gekurbelt, bis mich nach ca. 15km ein zweiter Fahrer einholte, mit dem ich die n\u00e4chsten 25km zusammen fuhr. Wir wechselten uns gut ab und kamen auch gut voran, ohne dass wir uns komplett abschossen. Mein Wattmesser pendelt immer so zwischen 200 und 250 Watt, also vollkommen in Ordnung. So fuhren wir bis in die ersten Ausl\u00e4ufer des Urbasa Waldes, als ich wieder in die F\u00fchrung gehen wollte. Dabei bemerkte ich, dass mein Vorderreifen immer platter wurde. Fing ja gut an, nach 40km schon der erste defekt. Ok, also stehen geblieben und Reifen kontrolliert. Ich hatte einen kleinen Riss oder Schnitt in der Reifenflanke, den hatte die Dichtmilch wohl nicht erreicht. Also sch\u00fcttelte ich den Reifen etwas, so dass die Milch auch das Lock abdichten konnte, pumpte den Reifen wieder auf und weiter. Dadurch hatte ich zwei Gruppen vorbei lassen m\u00fcssen. Die eine holte ich mir wieder, kaum hatte ich sie hinter mir gelassen, war der Reifen wieder platt. Arghhhhh. Ok, also wieder gehalten und diesmal flickte ich das Lock mit einem Tubelessflicken, damit sollte Ruhe sein &#8211; dachte ich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230730121038\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230730121038.jpg\" width=\"640\" height=\"853\" \/><\/p>\n<p>Die Aktion hatte mich wieder 10 bis 20 Pl\u00e4tz gekostet. Also wieder Aufholen\u2026. Weiter ging es durch den wundersch\u00f6nen Wald, vorbei an grandiosen Aussichten und immer wieder wundersch\u00f6ne aber auch arg steinige Wege \u00fcber zahllose kleinere Anstiege. Nichts dramatisches, aber langweilig wurde es auch nicht. Pl\u00f6tzlich zischte und spritze es richtig und ich hatte den n\u00e4chsten Defekt. Diesmal ein gr\u00f6\u00dferes Loch direkt in der Lauffl\u00e4che des vorderen Reifens. Also wieder ein Tublessflicken rein gedr\u00fcckt, Reifen aufgepumpt und weiter. Die Aktion hielt f\u00fcr die n\u00e4chsten 10km, dann hatte es den Tubelessflicken aus dem Reifen gezogen. Also neuer Flicken und den dann direkt \u00fcber der Lauffl\u00e4che abgeschnitten, so dass er hoffentlich drin blieb. Man wird ja kreativ. Leider hatte ich bei der Aktion den Vorderreifen zu fest aufgepumpt, was ich etwas sp\u00e4ter merken sollte\u2026.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230730141737\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230730141737.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><br \/>\nDie Strecke ging weiter durch wundersch\u00f6ne Landschaften, immer wieder aber auch \u00fcber extrem steinige Passagen, was mit dem Gravelbike ein ziemliches Gehoppel wurde. Bei den schnellen Abfahrten auf dem teilweise losen Schotter merkte ich dann auch das der Vorderreifen zu voll war und in einer Abfahrt passierte es dann: ich wollte bremsen, das Vorderrad blockierte und ich rutschte in eine Erosionsrinne und zack lag ich auf dem Schotter. Dabei war ich voll auf den Ellenbogen gefallen und mein erster Gedanke war: ok, der ist hin, das war es. War er aber nicht \ud83d\ude09 Nachdem der erste Schmerz vergangen war, konnte ich mich wieder aufrappeln. Das Rad war heile und ich konnte noch alles bewegen, schien also nichts gebrochen zu sein. Einige Schrammen an Arm und H\u00fcfte, aber sonst zum Gl\u00fcck nichts &#8211; uff. Also weiter. Toll war, dass die Fahrer, die vorbei kamen, als ich mich wieder aufrappelte alle fragten, ob ich Hilfe brauchte. Geht doch \u2026<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230730200324\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230730200324.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><br \/>\nNach ca. 210 km kam ich an einer Schutzh\u00fctte vorbei, an der ich mir mein Abendessen g\u00f6nnte: Ein Baguette, das ich mir eingepackt hatte und die Reste meines Tees &#8211; hier gab es auch einen Brunnen, so dass ich meine Flaschen noch einmal auff\u00fcllen konnte. Leider zog Nebel auf und es wurde k\u00fchler aber noch aushaltbar.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230730205848\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230730205848.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p>Das Wanderst\u00fcck war dann auch komplett aufgeweicht, so dass ich beinahe die gesamten 3 (?) km schieben oder tragen musste. Zum Gl\u00fcck hatten wir und das St\u00fcck vorher angeschaut, so fand ich den Weg recht schnell. Nach einer sch\u00f6nen Abfahrt und einem netten Trail an einem Stausee ging es hinauf zum h\u00f6chsten Punkt des Tages: ein 1500m hoher Pass. Zun\u00e4chst auf der Stra\u00dfe, oben dann \u00fcber eine gute Schotterstra\u00dfe. Dabei wurde es dann auch immer nebeliger und damit feuchter, so dass ich mir f\u00fcr die folgende Abfahrt die Daunenweste \u00fcberzog (die ich auch f\u00fcr den Rest der Nacht nicht mehr auszog). Die Abfahrt durch den Wald war phantastisch: komplett alleine und nur die Ger\u00e4usche des Waldes. Mal hier ein Vogel, da ein Fuchs, dann irgendwelche andere Tiere &#8211; unglaublich sch\u00f6n.<br \/>\nNoch ein kleiner Berg und dann folgte eine lange seichte Abfahrt in Richtung S\u00fcden. Hierbei kam ich auch an einem der Highlights der Strecke vorbei: die Strecke ging am Irati entlang und pl\u00f6tzlich durch gigantische Tunnel. In der Dunkelheit sah ich nur leider nix von dem tollen Canyon und auch die Tunnel kamen etwas \u00fcberraschend. Aber immerhin wurde es w\u00e4rmer.<br \/>\nEs ging dann wellig weiter bis ich endlich so gegen 4 Uhr in Ueje ankam, wo ich geplant hatte, kurz zu schlafen. Ich machte mir erst gar nicht mehr die M\u00fche einen abgelegenen Platz zu suchen, sondern legte mich einfach am Marktplatz in eine Ecke, zog mich um, baute mein Nachtlager auf, futterte noch etwas und legte mich hin. Peng, ein Knall und in meiner Matratze war die Verklebung zwischen zwei Kammern geplatzt. Luft blieb zum Gl\u00fcck drin, nur hatte ich nun eine gro\u00dfe Kammer. War zum Gl\u00fcck nicht ganz so dramatisch, das es das Kopfende war, dennoch \u00e4rgerlich bei einer \u20ac200 Matratze. Mal sehen, was der Service dazu sagt.<\/p>\n<p>\n<strong>Tag 2<\/strong><br \/>\nNach 1,5 Stunden klingelte schon wieder mein Wecker, wobei ich eh nicht soooo viel geschlafen hatte, da ich mich dummerweise unter den Kirchturm gelegt hatte und der bimmelte alle 15 Minuten. Dennoch war ich einigerma\u00dfen erholt, zog mich schnell an, packte alles ein, futterte noch etwas, f\u00fcllte meine Flaschen am n\u00e4chsten Brunnen auf und los ging es. Um 6 Uhr morgens war die Stadt auch noch leer, so dass vermutlich niemand mitbekommen hatte, dass ich dort geschlafen hatte. Ein Blick auf den Tracker zeigte mir auch, dass ich gar nicht so viele Pl\u00e4tze verloren hatte &#8211; das war schon mal besser als im letzten Jahr.<br \/>\nNat\u00fcrlich meldete sich mein Platten wieder &#8211; der Flicken hatte sich wieder verabschiedet. Also ein neuer Versuch: diesmal verknotete ich zwei F\u00e4den, so dass sie sich hoffentlich im Reifen &#8220;verkeilten&#8221;. Das funktionierte sogar und ab da war dann auch Ruhe mit dem Reifen.<br \/>\nEs ging dann weiter durch eine Plantagen Landschaft. Hier wurde alles M\u00f6gliche angebaut, Obst, Gem\u00fcse und was sonst noch. Ganz nett aber halt auch kein Highlight. In Melida bog ich kurz von der Strecke ab, um meine Flaschen und Rucksack noch einmal an einem Brunnen aufzuf\u00fcllen, bevor es in die Bardenas Reales ging. Da gab es dann f\u00fcr die kommenden 70km keine Ortschaft und auch kein Wasser &#8211; fast\u2026.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230731112135\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230731112135.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230731115818\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230731115818.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><br \/>\nDie Landschaft dort ist unglaublich sch\u00f6n. Ich steh ja auf solche W\u00fcstenlandschaften und hier gab es wieder alles: errodierte Felsen, ausgetrocknete Wasserl\u00e4ufe, staubtrockene Ebenen und das alles in diversen Farben. Und knackwarm war es &#8211; genau mein Ding \ud83d\ude09<br \/>\nNun ist es nicht so, dass es dort nie regnet &#8211; im Gegenteil, in der Woche zuvor hatte es wohl ziemlich geregnet und daher war ein Wasserlauf nicht so wirklich leer &#8211; im Gegenteil, wir mussten irgendwie den recht tiefen und arg schlammigen Wasserlauf \u00fcberwinden. Ich versuchte es etwas abseits, kam ganz gut \u00fcber den Bach, war dann aber so bl\u00f6d, dass ich das Rad zu fr\u00fch wieder schieben wollte und zack &#8211; komplett voller Lehm-Schlamm &#8211; beinahe fest wie Beton. Zum Gl\u00fcck fand ich ein St\u00f6ckchen, um das Gr\u00f6bste wieder vom Rad zu kratzen. Naja, sah das Rad wenigstens auch nach Abenteuer aus.<br \/>\nAm Ende der W\u00fcste kamen erst zwei kleine Orte &#8211; in einem veruschte ich vergeblich einen Ersatzreifen zu bekommen, was sich als unm\u00f6glich herausstellte, dann aber endlich Alfaro. In dem dortigen Supermarkt versorgte ich mich erst einmal: Fanta, Cola, Milchreis, Wasser, So ein Couscous Salat und als Dessert: Ananas &#8211; hat die toll geschmeckt!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230731140911\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230731140911.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><br \/>\nFrisch gest\u00e4rkt ging es dann erst einmal ca. 40km durch eine weniger sch\u00f6ne Landschaft in die n\u00e4chsten Berge. Den ersten kannten wir auch schon, und er war nicht einfacher geworden. Aber sch\u00f6n war er. Es ging ca. eine Stunde bergauf und dann auf dem Kamm an diversen Windturbinen vorbei bevor der Weg zur\u00fcck ins Tal f\u00fchrte .<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230731183936\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230731183936.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230731193322\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230731193322.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p>Und wieder hoch &#8211; nat\u00fcrlich &#8211; flach war eher die Ausnahme. Ungef\u00e4hr als ich auf dem n\u00e4chsten Gipfel ankam, ging die Sonne auf der einen Seite unter und auf der anderen Seite ging gleichzeitig der Mond auf- unglaublich sch\u00f6n &#8211; und ich komplett alleine im stockdunklen Wald.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230731212942\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230731212942.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230731215306\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230731215306.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p>Wieder ging es an weiteren Windturbinen vorbei &#8211; hier konnte man immer wieder die Stellmotoren h\u00f6ren, die regelm\u00e4\u00dfig ansprangen, um die Rotoren neu auszurichten.<br \/>\nEs kamen dann noch zwei weitere Berge, der zweite wurde dann richtig tricky. Ich war schon ziemlich erschlagen, es m\u00fcsste so 2 Uhr gewesen sein, dann ging es erst einen extrem steilen Grashang rauf &#8211; den ich nicht mehr fahren konnte und mal wieder fluchend mein Rad schob. In der Abfahrt sollte dann ein Trail links abgehen, aber trotz bestimmt 10 min\u00fctiger Suche konnte ich den Einstieg nicht finden. So entschied ich mich, einen Umweg zu fahren, um nach ca. 5km wieder auf die Strecke zu gelangen. (daf\u00fcr bekam ich dann auch 2 Stunden Strafe aufgebrummt). Julia sagte mir nachher, dass der Trail auch bei Tag kaum zu finden war &#8211; naja, war dann halt so. Gegen 4 Uhr kam ich dann wieder in einem winzigen \u00d6rtchen an, in dem es im &#8220;Zentrum&#8221; eine tolle Gr\u00fcnfl\u00e4che gab, auf der ich mein Nachtlager aufbaute &#8211; und auch sofort einschlief.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230801051343\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230801051343.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p><strong>Tag 3<\/strong><br \/>\nDer Wecker klingelte wieder nach 1,5 Stunden. Es ist unglaublich, aber der K\u00f6rper verf\u00e4llt anscheinend in einen Modus, dass ein Schlafzyklus ausreicht, um einigerma\u00dfen zu regenerieren. Ok, ausgeschlafen war ich nun wirklich nicht, aber wieder soweit hergestellt, dass ich den restlichen Weg an diesem Tag schaffen sollte. Ich hatte mir ausgerechnet, dass ich so gegen 16 Uhr im Ziel sein sollte &#8211; ja, das war mal wieder der Plan\u2026.<br \/>\nNach einem Fruchtb\u00e4llchen Fr\u00fchst\u00fcck sa\u00df ich gegen 6 Uhr wieder auf dem Rad. 3 Berge sollten noch kommen: zwei mit jeweils 1000hm und dann als Abschluss ein 2000 Meter hoher Pass. Die ersten beiden Berge waren relativ trivial: gr\u00f6\u00dftenteils Asphalt, nicht zu steil &#8211; gut zu fahren. Weiter ging es dann aus Asphalt den dritten Anstieg des Tages. Langsam wurde es anstrengender, nicht weil der Weg steiler wurde, sondern weil mein Magen mal wieder rebellierte und ich kaum noch etwas essen konnte. Zumindest keine Riegel mehr. In einem Koster am Fu\u00dfe des Berges hoffte ich, etwas zu essen zu bekommen, aber der Kiosk war noch zu und obwohl da schon jemand drin war, weigerte sich die Dame mir auch nur ein Eis zu verkaufen &#8211; danke auch. Halt spanischer Service\u2026.<br \/>\nImmerhin gab es einen Brunnen mit Wasser, was auch gut war, denn was nun folgte war ein endloser Anstieg in praller Sonne auf losem Schotter. Immer wieder musste man schieben, teilweise das Rad auch tragen, denn nat\u00fcrlich hatten sich die Organisatoren auch einige Wanderst\u00fccke ausgedacht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230801112433\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230801112433.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p>Nach ca. 2 Stunden kam endlich auch ein Brunnen und der kam gef\u00fchlt direkt vom Himmel: glasklares eiskaltes Wasser. Am liebsten w\u00e4re ich da geblieben, aber ging ja nicht. Es ist faszinierend, wie schnell sich alle Gedanken w\u00e4hrend solch eines Events nur noch um die absoluten Grundbed\u00fcrfnisse drehen: Wo gibt es Wasser, Wo gibt es Essen und wo kann ich in der Nacht schlafen. Alles andere wird nebens\u00e4chlich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230801100436\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230801100436.jpg\" width=\"640\" height=\"479\" \/><br \/>\nDer Berg zog sich und zog sich, aber irgendwann hatte auch er ein Ende.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230801122434\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230801122434.jpg\" width=\"640\" height=\"479\" \/><\/p>\n<p>Und es ging wieder runter &#8211; nat\u00fcrlich \u00fcber Steine. Also nix mit Erholung, die Abfahrt war so steinig, dass ich eigentlich kontinuierlich bremsen musste. Danke auch an die Organisatoren &#8211; ich war schon wieder am fluchen. Weiter unten im Tal kam dann endlich ein Asphalt St\u00fcck und ich freute mich schon, da bog der Track wieder ab in einen Schotterweg und direkt ging es wieder rauf &#8211; den Berg hatte ich in dem H\u00f6henprofil irgendwie \u00fcbersehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230801122441\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230801122441.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><br \/>\nEndlich kam dann irgendwann ein Ort und in der ersten Bar gab es direkt zwei Eis, zwei Cola, und &#8211; ein Thunfisch Sandwich. Eigentlich gar nicht mein Ding, aber in der Situation hat der sowas von fantastisch geschmeckt &#8211; herrlich. So ging es dann weiter &#8211; gef\u00fchlt hangelte ich mich von Bar zu Bar. Mal gab es Eis, mal Cola, mal Tortilla &#8211; was es halt so gab. Das kostete nat\u00fcrlich Zeit (und dann auch einen Platz) aber ohne Energie w\u00e4re es auch nicht gegangen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230801150703\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230801150703.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230801150825\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230801150825.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><br \/>\nAn einem weiteren tollen eiskalten Bachlauf stoppte ich noch einmal zum F\u00fc\u00dfe baden. Wieder so ein Moment, in dem man am liebsten nicht mehr aufstehen will, aber geht ja nicht. Das Wasser war dar\u00fcber hinaus so kalt, dass ich schon nach einer Minute meine F\u00fc\u00dfe nicht mehr sp\u00fcrte, also auch keine Dauerl\u00f6sung.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230801182609\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230801182609.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p>Also Schuhe wieder an und Endspurt. Die letzten 60km zogen sich wie Kaugummi. Immer wieder kamen steinige Passagen, kurze bissige Anstiege, mal Wind, eigentlich alle Schweinereien, die einem das Leben schwer machen. Ca. 8km vor dem Ziel dann der absolute Motivationsvernichter. Es war mittlerweile dunkel geworden und der Weg ging wieder durch ein Tal an einem Bachlauf entlang. Hier wurde der Weg so steinig, dass man gef\u00fchlt alle 50 Meter das Rad schieben oder tragen musste. Und dieser Spa\u00df ging bestimmt 3-4km lang. Wieder Fluchen &#8211; und nicht zu knapp. Was habe ich die Organisatoren verflucht &#8211; zum Gl\u00fcck war ich alleine \ud83d\ude09<br \/>\nDann aber: der letzte Ort in der Nacht, der letzte kurze Anstieg zum Ziel und da: nichts\u2026. Kein Mensch da, nur ein Strich auf der Stra\u00dfe.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230801230843\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230801230843.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><br \/>\nOk, war ja auch so \u00e4hnlich angek\u00fcndigt worden, das Ziel bzw. die Zeitnahme war zwar hier oben, wir sollten dann aber runter in die Stadt rollen, wo dann das echte Ziel war. Also machte ich das, runter in die Stadt zu dem Platz, den wir auch schon kannten, aber auch da: niemand. Hm, ok, das hatte ich dann doch anders erwartet.<br \/>\nIch wollte schon heim fahren, dann kam doch einer der Organisatoren. Sie hatten das Zelt wegen eines Sturms abbauen m\u00fcssen und sich ins Hotel verzogen. Aber gut. Er gab mir die Medaille, machte noch einige Bilder und wir quatschten noch etwas. Ich wollte dann aber bald heim &#8211; es war mittlerweilse doch 23 Uhr geworden und ich wollte nur noch duschen und Schlafen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230801235331\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230801235331.jpg\" width=\"640\" height=\"853\" \/><br \/>\nAlso die letzten 5km durch die Stadt in unsere Wohnung. Dort angekommen konnte ich immerhin einen Milchreis verdr\u00fccken, duschen und dann ab ins Bett, wo ich aber auch durch die viele Cola nicht so wirklich gut schlafen konnte.<\/p>\n<p>Und alles nur f\u00fcr dieses kleine St\u00fcck Holz:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230802001807\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230802001807.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 1 Zum Start versammelten wir uns im Zentrum von Vittoria. Direkt auf dem Marktplatz sammelten sich ca. 350 unerschrockene Radfahrer, gr\u00f6\u00dftenteils auf Gravelbikes, aber auch einigen Mountainbikes. Es war trocken und nicht zu warm, das sah erst einmal nach &hellip; <a href=\"https:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/basajaun-teil-2-alex\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5978"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5978"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5978\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5979,"href":"https:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5978\/revisions\/5979"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5978"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5978"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5978"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}