{"id":5951,"date":"2023-10-28T22:09:40","date_gmt":"2023-10-28T20:09:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/?p=5951"},"modified":"2023-10-28T22:09:40","modified_gmt":"2023-10-28T20:09:40","slug":"basajaun-teil-1-julia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/basajaun-teil-1-julia\/","title":{"rendered":"Basajaun &#8211; Teil 1: Julia"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\"><font face=\"Calibri\"><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20230802181317\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img20230802181317.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/font><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\">\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\"><font face=\"Calibri\">Sonntag morgen in Vitoria\/Gasteiz kurz vor 8 auf dem Marktplatz. Rund 250 Radfahrer*Innen treffen sich dort, um um 8 Uhr beim Basajaun zu starten. Mittendrin Flo, Alex und ich. Unsere R\u00e4der sind mit Taschen gepackt, die hoffentlich alles enthalten, was wir f\u00fcr die kommenden 809 Kilometer brauchen werden. Blicke nach rechts und links zeigen, wie unterschiedlich die R\u00e4der gepackt sind. Manche fahren wirklich nur mit Minimalgep\u00e4ck, andere, so wie wir, sind gef\u00fchlt vorbereitet auf alle Eventualit\u00e4ten. Die Meute rollt los \u2013 8km neutralisierter Start. Alex und Flo fahren direkt vorne, ich schwimme im vorderen Drittel mit. Ich sehe, wie Alex als erster in die erste Kurve geht \u2013 dann kann also nichts mehr schief gehen!<\/font><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\"><font face=\"Calibri\">Die ersten Stunden vergehen wie im Fluge \u2013 derTrack l\u00e4sst sich gut finden und es sind viele Mitfahrer um einen rum. Wenn einer am Rand steht, fragt jeder jeden, ob man helfen k\u00f6nne (was ja, streng genommen, nicht erlaubt ist), aber ich finde es gut, dass hier das miteinander mehr z\u00e4hlt. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich von den ersten Kilometern kaum eine Erinnerung an die Strecke habe. Ich erinnere mich, dass wir irgendwann auf einem Trail durch einen Wald unterwegs waren, bei dem man auch stellenweise, weil es so steil war, schon wieder schieben musste. Irgendwann war ich dann soweit alleine unterwegs, dass ich vor und hinter mir keine Mitfahrer mehr hatte. Es ging tats\u00e4chlich mal auf Asphalt einen Berg in sch\u00f6nen Serpentinen runter. Herrlich! Irgendwo an der Strecke stand dann auch ein Kameramann (der wird gleich noch h\u00e4ufiger auftauchen) und ich hoffte nur, dass ich einfach in Ruhe weiterfahren kann. Naja, so semi. Denn im n\u00e4chsten Ort am steilen Anstieg steht er nat\u00fcrlich und filmt, wie ich mich abrackere, die Steigung hochzukommen und nicht ganz schei\u00dfe aussehen will<\/font> <span style='FONT-FAMILY: \"Segoe UI Emoji\",sans-serif; mso-bidi-font-family: \"Segoe UI Emoji\"'>??<\/span> <font face=\"Calibri\">Es geht weiter, er \u00fcberholt mich. Im n\u00e4chsten Ort hat er zum Gl\u00fcck ein anderes \u201eOpfer\u201c zum filmen gefunden. Da ist einer, der gerade seinen Reifen aufpumpen muss \u2013 und das, mit der Kamera im Gesicht. Ich beneide ihn nicht. Ich rolle den H\u00fcgel runter und stehe vor Bahngleisen, ohne richtigen \u00dcbergang. Der Track will, dass ich dort r\u00fcbergehe, der Pumper kommt von hinten und sagt, der Kameramann habe gesagt, das sei der richtige Weg. Na dann, wir beeilen uns beide, \u00fcber die Gleise zu kommen, auch wenn ein nahender Zug nicht absehbar ist. Der Pumper f\u00e4hrt vor aber an einem der n\u00e4chsten Anstiege hole ich ihn wieder ein und wir fangen zu quatschen an. Es wird sich rausstellen, dass Ini und ich die kommenden Tage viel Zeit miteinander verbringen werden. Aber noch f\u00e4hrt er dann irgendwann wieder schneller und ich sende in die WA-Gruppe einen Hilferuf, weil mein Umwerfer pl\u00f6tzlich zu schleifen anf\u00e4ngt. Zum Gl\u00fcck wei\u00df die Schwarmintelligenz Bescheid, Andi gibt am Telefon klare Instruktionen, was zu tun sei und Ini holt mich hier wieder ein. Ich glaube, ab da fahren wir den Rest mehr oder weniger zusammen. Wie schon geschrieben, die Erinnerung an den ersten Tag ist kaum da.<\/font><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\"><font face=\"Calibri\">Es ist sein erstes Rennen dieser Art und obwohl er vom Tempo her schneller ist als ich, bleiben wir zusammen. Im n\u00e4chsten Ort pl\u00fcndern wir den Brunnen und rollen dann weiter. Es ist mittlerweile Sp\u00e4tnachmittag und nach einer l\u00e4ngeren Abfahrt kommt ein Ort, in dem es sogar einen Laden gibt. Aber, nach einem Tag mit hungrigen und durstigen Radfahrern (zus\u00e4tzlich zu den Pilgern, die hier sonst durchkommen) ist der Laden leergekauft. Und ich muss mit Erschrecken feststellen, dass ich mein Portemonnaie verloren habe. Aber irgendwie habe ich Dusel, ich werde in die WA-Gruppe der Fahrer aufgenommen, setze meine Frage, ob wer mein Portemonnaie gefunden hat ab und drei Minuten sp\u00e4ter habe ich schon die Antwort, dass es gefunden wurde. Ich rufe die Nummer an, die es fand. Derjenige ist gerade in der Abfahrt in den Ort, wo ich gerade bin. Ini und ich warten knapp eine halbe Stunde und dann kommt der freundliche Mitfahrer, gibt mir das Portemonnaie und wir k\u00f6nnen weiter. Es geht nat\u00fcrlich irgendwie den Berg hoch. Irgendwann kommt mir die Wegstrecke bekannt vor, weil Alex und ich die schon mal im Training abfuhren. Mittlerweile ist es dunkel, Ini und ich rollen durch die Nacht. An einem Friedhof holen wir nochmal Wasser (den hatten wir vorher schon gefunden, lag praktisch auf dem Weg) und dann ging es ins Dunkel der Nacht. Irgendwann taucht hinter uns mal wieder der Kameramann auf. Ini und ich hoffen beide, dass wir einfach fahren k\u00f6nnen und nicht f\u00fcr Interviews aufgehalten werden. Und so fahren wir weiter. Sch\u00f6n ist, dass Ini Baske ist und er viel von der Gegend, durch die wir fahren, schon kennt. Lustig ist immer, wenn er mitten in der Nacht dann erz\u00e4hlt, dass wir mal wieder durch einen total h\u00fcbschen Ort fahren. Was uns in dem Moment total egal ist. Irgendwann sind wir soweit oben, dass es sehr neblig wird. Ich wei\u00df, dass noch eine Hike your bike Passage geben wird. Wir k\u00e4mpfen uns im Nebel und der Dunkelheit \u00fcber den Wanderweg\u2026.irgendwann ist es vorbei. Es geht auf einen Trail und ich schlage vor, dass wir am Ende des Trails im Wald \u00fcbernachten. Denn nach dem Wald kommt die Hochebene und die ist im Nebel nur bedingt gut zu schlafen. Nach 237km finden wir einen Schlafplatz im Wald, richten uns ein und schlafen ein.<\/font><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\"><font face=\"Calibri\">Wir werden wach, weil andere Athleten quasi durch unser \u201eSchlafzimmer\u201c latschen. Wir r\u00e4umen zusammen und fahren los. Der Morgen ist klar und sonnig, der Nebel hat sich verzogen. Wir haben im Anstieg eine gro\u00dfartige Sicht auf die Pyren\u00e4en. Es geht Richtung S\u00fcden, die Sonne brennt und mittags erfreuen wir uns in einem Ort an Cola und Joghurt. Es geht am Nachmittag mal wieder einen Anstieg rauf. Die Sonne brennt einem fast den Hintern weg und kein L\u00fcftchen geht. Flo, der vor mir ist, schickt Fotos wie er irgendwo im Schatten Pause macht. Denn das Ziel des Tages ist es, noch durch die W\u00fcste zu kommen.<\/font><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\"><font face=\"Calibri\"><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG-20230731-WA0001\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img-20230731-wa0001.jpg\" width=\"640\" height=\"478\" \/><\/font><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\"><font face=\"Calibri\">Um kurz vor 6 kommen wir in Melida an. Ini meint, wir sollten noch warten, bis es k\u00fchler ist, aber das Argument, dass es schon 6 sei und es dann irgendwann dunkel l\u00e4sst uns in der Bar noch eine Fanta trinken und dann fahren wir auch schon los. Flo schrieb noch, dass er schon durch die W\u00fcste ist. Ein St\u00fcck des Weges kenne ich schon vom Training.<\/font><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\"><font face=\"Calibri\"><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG-20230731-WA0018\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img-20230731-wa0018.jpg\" width=\"640\" height=\"359\" \/><\/font><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\">\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\"><font face=\"Calibri\">In der \u201egoldenen Stunde\u201c durch die W\u00fcste zu fahren ist wundersch\u00f6n. Ini erz\u00e4hlt mir von seinen Erlebnissen in der W\u00fcste (er hat mal in der N\u00e4he gearbeitet). Es gibt dort auch eine Milit\u00e4rstation, an der wir aber nicht direkt vorbeikommen.<\/font><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\"><font face=\"Calibri\"><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG-20230731-WA0019\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img-20230731-wa0019.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/font><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\"><font face=\"Calibri\">An der \u201ePyramide\u201c machen wir Halt f\u00fcr Fotos, Flo ruft an und sagt, dass er im Ort hinter der W\u00fcste in der Bar sitzt, schon den ersten Teller Nudeln gegessen hat und auf uns warten wird, denn er wolle auf jeden Fall noch einen zweiten Teller essen. Wir kommen an, vor Flo steht eine Batterie an leergetrunkenen Dosen und wir quatschen. Leider stellt sich raus, dass aus den Nudeln nichts wird, weil sie aus sind. Also wird die Alternative genommen: Tortilla auf Baguette. Flo ist v\u00f6llig platt und will direkt im Ort schlafen, Ini und ich fahren durch die Nacht noch bis Alfaro weiter, wo wir neben dem Sportgel\u00e4nde einen wundersch\u00f6nen Rasen zum Lagern finden.<\/font><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\"><font face=\"Calibri\">Am kommenden Morgen geht um 4 der Wecker. Wir r\u00e4umen die Sachen zusammen und es geht weiter. Tag drei. Es geht nat\u00fcrlich rauf, durch die Weinberge. Eine Passage, ca 600m, ist mehr Ger\u00f6llpiste als irgendwie fahrbar. Als Alex und ich das Training fuhren, wurden wir auch noch zus\u00e4tzlich von Fliegen belagert. Sie bringen um die fr\u00fchen Morgenstunden wohl ihre Kinder zur Schule oder schlafen lieber aus, auf jeden Fall haben wir unsere Ruhe. Daf\u00fcr nervt mich mein R\u00fccken unendlich. Das Spielchen, das ich schon vom Swissman kenne, geht wieder los. Jeden Kilometer F\u00fc\u00dfe an den Boden, aufdehnen und weiterfahren. Ini hat eine Engelsgeduld. Irgendwann, es ist noch Morgen, \u00e4ndert sich das Gel\u00e4nde und wir fahren in ein ziemlich bewaldetes Gebiet. In dem Ort trinken wir mal wieder eine Fanta, Ini bleibt da f\u00fcr einen Teller Nudeln, ich fahre weiter. Es geht rauf und runter in einer wundersch\u00f6nen Landschaft. Gegen Mittag geht es mal wieder den Berg hoch. Und der K\u00f6rper sagt pl\u00f6tzlich, dass er keinen Bock mehr auf Rad fahren habe. Na gut, dann wird halt geschoben. Immer in Bewegung bleiben. Krise kann man auch im Gehen machen. Da kommt auch Ini wieder von hinten und wir fahren gemeinsam \u00fcber die Bergkette, von Windrad zu Windrad und es ist einfach wundersch\u00f6n. Auch, wenn die Steigungen so steil sind, dass man die letzten Meter wieder schieben muss. Irgendwann geht es runter. N\u00e4chster Ort. Im danebenliegenden Park tauschen Ini und ich die Bremsbel\u00e4ge an meinem Rad \u2013 nachdem wir uns am lokalen Brunnen geduscht haben. Ini bleibt noch im Park zum Ausruhen, ich fahren weiter zu den \u201edrei Zinnen\u201c \u2013 drei Anstiege kommen nun, ich dachte, der Name w\u00e4re passend. Den ersten Anstieg geht es tats\u00e4chlich komplett auf Asphalt hoch, den zweiten dann eher \u00fcber Hoppelweg und Kuhwiese. Fast oben angekommen wird der Wahoo sehr unklar in der Wegf\u00fchrung. Bevor ich dr\u00fcber nachdenke, was ich nun mache, hocke ich mich erst einmal hinter einen Baum und dann kommt auch schon Ini. Wir schlagen uns \u00fcber einen quasi unfindbaren Weg durch den Busch. Wir sind endlos genervt von diesem St\u00fcck des Weges\u2026 Aber irgendwann ist auch das vorbei, wir fahren runter und im n\u00e4chsten Ort kauft Ini noch schnell was ein und dann trinken wir in der lokalen Bar mal wieder eine Fanta, bevor es in der Abendd\u00e4mmerung den n\u00e4chsten Anstieg auf Asphalt raufgeht. Einen Plan, wie weit wir fahren wollen, haben wir nicht, deswegen fahren wir runter (auch auf Asphalt!) und es rollt einfach gro\u00dfartig. Es ist schon dunkel, der Mond geht auf und ich bin ein bisschen traurig, dass ich die Gegend, durch die wir gerade fahren, nicht im hellen sehen kann. Wir kommen durch ein Dorf, in dem auf der Stra\u00dfe Party gemacht wird. Als die Bewohner uns sehen, werden wir von allen angefeuert. Ich habe Tr\u00e4nen in den Augen, weil ich diese Anteilnahme so gro\u00dfartig finde. Wir fahren weiter bis zum Kloster. Dort sehe ich, dass Alex 10 Minuten fr\u00fcher ins Ziel kam! YEAH! Ini will am Kloster bleiben, ich will noch ein bisschen den Berg rauf. Es ist kurz vor Mitternacht, als ich mich auf den Weg machen. Ein kurzes St\u00fcck l\u00e4sst sich noch fahren, dann muss ich schieben. Einen Berg im Dunkeln hoch, bei dem man nicht sieht, wie es weitergeht, ist f\u00fcr den Kopf echt \u00fcbel. Und wenn man dann noch m\u00fcde ist\u2026aber irgendwann ist das steile St\u00fcck vorbei und ich kann weiterrollen. Die Nacht ist unglaublich mild, der Vollmond scheint, ich rolle \u00fcber eine Hochebene mit K\u00fchen und denke, dass ich nun mal meine Isomatte ausrollen sollte. Unter Tannen finde ich einen Platz und schlafe direkt ein. (es w\u00e4re ja auch mal voll sch\u00f6n gewesen, den Sternenhimmel ausgiebig zu bewundern, aber das gaben die Priorit\u00e4ten nicht her<\/font> <span style='FONT-FAMILY: \"Segoe UI Emoji\",sans-serif; mso-bidi-font-family: \"Segoe UI Emoji\"'>??<\/span><font face=\"Calibri\">)<\/font><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\">\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\"><font face=\"Calibri\"><o:p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG-20230802-WA0002\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img-20230802-wa0002.jpg\" width=\"640\" height=\"359\" \/><\/o:p><\/font><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\"><font face=\"Calibri\">Drei Stunden sp\u00e4ter geht der Wecker. Es ist immer noch mild, hell vom Vollmond und ich denke, dass nur noch 150km vor mir liegen. Sollte ja nicht so schwierig sein. Es geht weiter den Berg hoch. Erst einmal fahrend, dann geht es ein bisschen runter und irgendwann stehe ich noch im Dunkeln vor einem Trail. Auf gar keinen Fall werde ich hier fahren, denn ich kann nur erahnen, dass es rechts ziemlich steil und weit den Berg runter geht. Also schieben. Dann kommt noch eine Hikeyourbike-Tragepassage. Und Ich sehe rechts neben mir den breiten Weg hochgehen und w\u00fcrde so gerne auf dem unterwegs sein anstatt mein Rad durchs Unterholz zu schieben. Ich kann mein Gl\u00fcck kaum fassen, als die Route mir dann tats\u00e4chlich anzeigt, dass ich auf den Weg darf und dort weiter hochfahren darf. So einfach kann man Menschen morgens in der D\u00e4mmerung gl\u00fccklich machen! Irgendwann komme ich an dem Brunnen vorbei, der f\u00fcr Alex am Vortag ein wahres Labsal war und f\u00fcr mich das Zeichen, dass ich den Gipfel zu \u00be geschafft habe. Es geht weiter nach oben und es wird heller. Und ich genie\u00dfe den Blick \u00fcber eine gro\u00dfartige Landschaft. Dann endlich bin ich oben und es geht mal wieder runter. Erst \u00fcber Schotter, dann ab der Skistation auf Asphalt. Aber nicht zu lange, dann geht es wieder einmal rechts den Berg rauf. Und so geht es weiter. Immer wieder habe ich Passagen, in denen der Weg zu steil wird zum Fahren und ich schieben muss. Ich z\u00e4hle sehns\u00fcchtig die Kilometer r\u00fcckw\u00e4rts und will einfach nur ankommen. Aber, das wird noch dauern\u2026 Irgendwann komme ich in ein Ebene und es rollt geschmeidig. Ich bin auf dem Camino und mir kommen unz\u00e4hlige Pilger entgegen. Aber irgendwann ist dieses geschmeidige Gerolle vorbei und es geht durch Weinberge. Es wird warm und Weinberge sind echt nicht mein Favorit, was Steigungen betrifft. Es geht ruppig rauf \u2013 und dann auch wieder runter. Zur Mittagszeit komme ich durch einen Ort. Der \u00f6rtliche Brunnen l\u00e4sst sich nicht finden und so spendiere ich mir selbst eine Flasche Wasser. Der Gro\u00dfteil wird direkt getrunken, der Rest zum Entsetzen der irgendwie Anwesenden \u00fcber den Kopf gegossen. Und weiter. Wieder Weinberge in der Mittagshitze. Ich will in einen K\u00fchlschrank! Irgendwann sind die Weinberge zuende und es geht wieder eher durch Wald. Fragt mich nicht, zu welchem Zeitpunkt. D\u00fcrfte so 80km vor dem Ziel gewesen sein. Auf einer Tragepassage ist Ini auch wieder da. Wir fahren gemeinsam weiter, erz\u00e4hlen uns vom Tag, sind aber in erster Linie darauf fokussiert, vorw\u00e4rts zu kommen. Alex hatte mir noch die Nachricht geschickt, dass ich mir f\u00fcr den letzten Anstieg Energie aufheben sollte. Wir rollen weiter, durch einen Wald, \u00fcber freies Gel\u00e4nde\u2026nur noch 40 km\u2026in einem Matschloch f\u00e4ngt sich Ini einen Platten ein. Im n\u00e4chsten Ort halten wir und er flickt. Ich erinnere mich, dass in Okina die Zeit genommen wird und ab da es nur noch runter in die Stadt geht. Wir n\u00e4hern uns Okina \u2013 aber, Alex hatte Recht: es war gut, sich etwas f\u00fcr die Meter am Fluss aufzuheben. Es geht leicht bergauf, der Weg ist mit gro\u00dfen Steinen ausgesetzt und kaum fahrbar, ich bin total m\u00fcde und dann zieht ein starker Wind auf und ich habe wenig Bock auf noch nass werden. Ini zieht von dannen, was v\u00f6llig ok ist. Dann taucht pl\u00f6tzlich von hinten ein anderer Athlet auf, der sich 1000mal entschuldigt, dass er mich jetzt \u00fcberholt und aber er erkl\u00e4rt mir, dass er nicht mehr im Rennen sei. Ich muss so fertig aussehen, dass er mir sogar noch seine Banane anbietet. Die ich dankend ablehne. Ich schiebe, rolle, trage weiter das Rad \u00fcber die Steine. Jedes Aufsteigen wird zur Qual, weil der Hintern so hin\u00fcber ist. Dann endlich komme ich in Okina an. Ich kann mein Gl\u00fcck kaum fassen, aber es geht auf der Stra\u00dfe die letzte Steigung rauf. Fast ein Klacks. Und ab oben rollt es f\u00fcr 12 km in die Stadt. Ich komme durch eine Siedlung (sie haben ihr eigenes Ortsschild, aber de facto stehen da zwei H\u00e4user) und die Familien, die dort wohnen, feuern mich bei der Durchfahrt an. Ich habe Tr\u00e4nen in den Augen, weil ich das so lieb und gro\u00dfartig finde. Die letzten Kilometer durch die Stadt kenne ich schon von der Streckenbesichtigung. Wie immer ist es eigenartig, nach Tagen ohne Ampeln pl\u00f6tzlich wieder im Stadtverkehr zu sein. Ich wusele mich durch den Verkehr und komme im Ziel an. Alex wartet schon, Ini ist nur sechs Minuten vor mir angekommen. Wir umarmen uns, Fotos werden gemacht, ich darf mich auf einen Campingstuhl setzen und einfach mal atmen.<\/font><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\"><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 6989\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/img_6989.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\">\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"MARGIN: 0cm\"><font face=\"Calibri\">Weil es ziemlich k\u00fchl ist, packen wir dann aber z\u00fcgig die Sachen zusammen, Ini und ich verabschieden uns und Alex und ich fahren jeder im Stehen zur\u00fcck in die Ferienwohnung. Geschafft! Eine Dusche bekommt nach so einem Abenteuer einen ganz anderen Stellenwert. Ebenso das Schlafen in einem Bett. Wobei ich nicht sagen kann, dass ich die N\u00e4chste schlecht geschlafen h\u00e4tte. Aber es war immer ziemlich kurz.<\/font><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag morgen in Vitoria\/Gasteiz kurz vor 8 auf dem Marktplatz. Rund 250 Radfahrer*Innen treffen sich dort, um um 8 Uhr beim Basajaun zu starten. Mittendrin Flo, Alex und ich. 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