{"id":4417,"date":"2019-06-24T21:00:57","date_gmt":"2019-06-24T19:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/?p=4417"},"modified":"2019-06-24T21:06:55","modified_gmt":"2019-06-24T19:06:55","slug":"wenn-wnsche-wahr-werden-swissman-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wenn-wnsche-wahr-werden-swissman-2019\/","title":{"rendered":"wenn W&#252;nsche wahr werden &#8211; Swissman 2019"},"content":{"rendered":"<p>Morgens um 2 klingelte wie immer der Wecker. Dieses Mal waren wir nicht mit einem Camper unterwegs, sondern mit dem Transporter und einem Zelt. Dummerweise regnete es die Nacht vor dem Rennen, so dass wir im nassen Dunkel auch noch ein Zelt abbauen mussten. Dennoch waren wir rechtzeitig in der Wechselzone zum Einchecken des Rades. Es regnete nicht, aber in den umliegenden Bergen zuckten immer wieder Blitze &#8211; ganz so wie schon am Tag vorher bei der Wettkampfbesprechung angek&#252;ndigt. Aber noch gab es keine alternative Ansage, so dass wir zum Bootsanleger trotteten und wir uns auf das Schwimmen vorbereiteten.<\/p>\n<p>Ich gebe zu: das Schwimmen war dieses Jahr nicht meine Lieblingsdisziplin. Irgendwie war ich trotz Training nicht in den Tritt gekommen und die Hoffnung, dass es kein Schwimmen geben k&#246;nnte, befl&#252;gelte mich. Und manchmal werden W&#252;nsche ans Universum erf&#252;llt&#8230; Aber erst einmal schifften wir ein und warteten auf das Ablegen des Bootes. Letzteres allerdings zog sich hin. Irgendwann gegen halb 5 stiegen Katrin und Beat von der Orga mit besorgten Gesichtern die Treppe zum Bootskapit&#228;n hinauf &#8211; und brauchten ziemlich lange, bis sie wieder runter kamen. Damit wurde ein p&#252;nktlicher Start um 5 unm&#246;glich. Dann kam die Ansage von Katrin, dass wir nicht ab den Brissago Inseln schwimmen w&#252;rden, aber auch Plan B (der 6km Lauf) nicht eintr&#228;te, sondern dass wir alternativ eine Strecke von 1km entlang des Ufers schwimmen w&#252;rden (was im R&#252;ckblick eine richtige Entscheidung war, denn innerhalb von einer Std nach unserem Start ging das Gewitter auf dem See los). So wanderten also 200 Athleten entlang der Strandpromenade ein St&#252;ck weiter westlich und wurden auf dem Bootssteg wie immer von Beat verabschiedet. W&#228;hrend wir &#252;berwiegend noch auf dem Bootssteg standen, gingen pl&#246;tzlich die Kuhglocken und die Meute st&#252;rzte ins Wasser. Das war dieses Jahr gef&#252;hlt auch k&#228;lter als sonst und ich war froh, dass es nur ein kurzer Ausflug mit dem Neo geben w&#252;rde. Nach knapp 25 Minuten (sagte ich nicht, dass ich nicht gut drauf sei beim Schwimmen?) war ich aus dem Wasser, Alex holte mich am Strand ab und dann ging es zum Rad, Anziehen und ab ging durch das fr&#252;hmorgendliche Ancona.<br \/>\nNoch war das Wetter trocken und so rollten wir Richtung Bellinzona. An dem Abzweig stand wie immer Alex &#8211; und kurz danach fing es an zu tropfen, noch ein wenig sp&#228;ter ging das Tropfen in Regen &#252;ber. Alex stand im Regen und bot mir die Regenjacke an, die ich dankend annahm. Und weiter ging es. Es regnete richtig, alles war nass, aber gut. Daf&#252;r waren die Beine gut, die Stimmung auch, ich konnte regelm&#228;&#223;ig meinen Schluck aus der Gelflasche nehmen &#8211; was wollte ich also mehr. Irgendwo zwischen Biasca und Arioso h&#246;rte der Regen mal auf, aber nur, um dann wieder anzufangen. Es war relativ k&#252;hl, so dass ich auch im Anstieg zum Gotthard die Jacke anlie&#223;. Die Kehren zum Gotthard lie&#223;en sich gut fahren. Wie bemerkte es Alex: die M&#228;nner fahren bei diesem Rennen los wie die gest&#246;rten, nur um dann an den Bergen quasi stehen zu blieben. Kucken die sich das H&#246;henprofil vorher nicht an? Es rollte die Tremola hoch -dieses Mal sogar echt gut. Oben auf dem Pass wartete Alex mit warmem Getr&#228;nk, ich zog den Rei&#223;verschluss der Jacke zu und flitzte runter. Also, relatives Flitzen nat&#252;rlich &#8211; Laurens ten Damme fuhr den Pass mal in 6,5 Minuten runter &#8211; ich brauche immer noch knapp 10. Unten am Kreisel in Hospental steht der &#8222;Medizinmann&#8220;, organisiert den Verkehr und l&#228;sst mich direkt nach Reals abbiegen. Wobei&#8230;AUA! Der Antritt nach dem Kreisel zieht bei den Temperaturen ganz ordentlich an den Oberschenkeln. Aber auch nur f&#252;r einen Moment.<br \/>\nDas erste Mal in 7 Jahren kommt ein Zug durch Zumdorf (kleinstes Dorf der Schweiz) und ich stehe wirklich vor der Schranke. Aber gut, einen Schluck trinken und dann geht es auch weiter.<br \/>\nDa die Tour de Suisse an dem Wochenende auch am Furka ist, fahren die Begleitfahrzeuge der gro&#223;en Radteams auch immer wieder an uns vorbei &#8211; Movistar, Ineos, Katjuscha &#8211; you name it. Auf den ersten Metern am Furka werden wir fast von einem Mechanikertruck eines Continental-Teams umgefahren. Und dann geht es auf den Furka. Es tropft immer wieder, aber nie so, dass man es als Regen bezeichnen k&#246;nnte. Es geht mir gut, Alex ist nat&#252;rlich auch immer wieder da und bietet Essen, trinken und Bekleidung an \ud83d\ude42 Oben auf dem Pass dann also das bekannte Spiel &#8211; Jacke zu und wieder runter. Das sch&#246;ne ist: wegen der Tour de Suisse sind die Stra&#223;en frei von Rollsplitt und das Abfahren macht noch extra Spa&#223;. Unten dann den Abzweig nach rechts den Grimsel rauf und ich kann es kaum glauben, dass in 5 Kilometern die Berge schon wieder vorbei sein sollen. Ich trete einfach den Grimsel rauf und freue mich auf die lange Abfahrt. Oben auf dem Grimsel dr&#252;ckt Alex mir eine n&#228;chste Gelflasche in die Hand und sagt, dass die dritte Frau knapp eine Minute vor mir sei. Innerhalb von wenigen Kilometern &#252;berhole ich sie und jage weiter den Berg runter. Vor der Aareschlucht rolle ich zu einem Bikepacker vor, der sich irgendwie bedroht von mir f&#252;hlt. Im letzten Anstieg mit dem Rad f&#252;r den Tag &#252;berhole ich ihn.<br \/>\nAb Meiningen geht es dann Richtung Bring &#8211; das erste Mal ever mit R&#252;ckenwind. Es rollt gut, der R&#252;cken zibbelt nicht so viel und arg wie die sonstigen Jahre und ich rolle in die Wechselzone. Alex nimmt das Rad und ich w&#252;rde so gerne Pipi machen &#8211; darauf freute ich mich quasi schon seit 5 Std. Aber: Dixi war belegt, also dann mal losgeschlappt. Dort sehe ich die 4. in die Wechselzone rollen. Also, weitermachen. Es geht wie immer zu den Giesbachf&#228;llen rauf. Pl&#246;tzlich kommt Sampos Stimme aus dem Geb&#252;sch (er hockte dort zum Fotos machen), dass die 2. nicht weit weg sei. Na dann&#8230;Ich schlappe die H&#252;gel rauf und runter &#8211; es sind sehr nette Kilometer, das Wetter ist perfekt f&#252;r mich. Bei Kilometer 8 kommt mir Alex mit dem Rad entgegen. Manchmal tropft es, die Beine machen, was sie sollen, alles ist gut. Ich erinnere mich nicht mehr, bei welchem Kilometer die 2. in Sichtweite kam, aber in B&#246;ningen &#252;berholte ich sie. Wir wechselten kurz ein paar Worte und dann war ich vorbei. Jetzt blo&#223; nicht abbauen! Aber, es lief weiterhin gut. Allerdings fing das linke Knie bei Kilometer 28 an zu zucken. Muss doch nicht sein. Aber, ich fand eine Heilung, als ich mich bei Kilometer 31 mal kurz zum Pipi machen hinhockte &#8211; danach waren die Schmerzen weg. Alex fuhr wie immer vor, lie&#223; die Rucks&#228;cke checken und wartete auf mich. Am Checkpoint wartete Dominik, w&#252;nschte mir alles gute f&#252;r die letzten Meter. Und dann ging es wie immer steil nach oben. Wir kampfandern unseren Weg den Berg hoch. Die Sonne kommt raus! Und das bei der Ank&#252;ndigung eines kompletten Regentags. Wir kommen nach Alpiglen zu den Salzstangen. Alex schnorrt mir noch ein gel und einen Koffeinshot und dann nehmen wir die letzten Kilometer in Angriff. Vor dem Ziel f&#228;ngt es nat&#252;rlich an zu regnen \ud83d\ude42 Aber wir kommen oben an und ich freue mich wie Bolle. Was ein guter Tag!<br \/>\nFlora, die Siegerin, wartete noch und wir gratulierten uns.<br \/>\nDann das &#252;bliche: umziehen, als die 3. auch ankommt und wir quatschen, w&#228;hrend wir uns umziehen. Wir m&#252;ssen nicht lange auf die Bahn nach Grindelwald warten. Unten angekommen schlappe ich zum Campingplatz (mittlerweile erinnern sie sich dort an mich), w&#228;hrend Alex das Auto holt. Als er dann gegen 10 Uhr zur&#252;ck ist, regnet es in Str&#246;men und wir bauen das Zelt im nassen Dunkel auf.<br \/>\nEin weiterer l&#228;ngster Tag des Jahres ist vorbei!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morgens um 2 klingelte wie immer der Wecker. Dieses Mal waren wir nicht mit einem Camper unterwegs, sondern mit dem Transporter und einem Zelt. 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