{"id":5657,"date":"2021-08-18T15:31:47","date_gmt":"2021-08-18T13:31:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/?p=5657"},"modified":"2021-08-21T22:49:44","modified_gmt":"2021-08-21T20:49:44","slug":"further-truth-2021","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/further-truth-2021\/","title":{"rendered":"FURTHER TRUTH 2021"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 2674\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_2674.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p>Wie f\u00c3\u00a4ngt man an, bei einem Event wie dem <a href=\"https:\/\/frthr.co\/\">FURTHER<\/a>, an dem ich in diesem Jahr teilnehmen durfte?<br \/>\nZun\u00c3\u00a4chst einmal die Frage, was ist das \u00c3\u00bcberhaupt?<\/p>\n<ul>\n<li>Ist es ein Radrennen: nur zum Teil!<\/li>\n<li>Ist es ein Orientierungslauf: teilweise!<\/li>\n<li>Ist es ein Mehrtages Bikepacking Event: Ja, aber auch das trifft es nicht ganz!<\/li>\n<li>Ist es ein gro\u00c3\u0178es Community Event: nein, eher nicht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Grunde ist es ganz einfach: der Organisator (Camille), denkt sich jedes Jahr einen neuen Track von ca. 500km aus, den die Fahrer dann in Eigenregie und selbstversorgt innerhalb von 4 Tagen absolvieren m\u00c3\u00bcssen. Klingt nun nicht dramatisch, dummerweise lebt Camille in den Pyren\u00c3\u00a4en, und hier gibt es doch einige Berge, so dass zu den reinen Kilometern in diesem Jahr noch ca. 17.000hm dazu kamen. Und weil das ja noch nicht reicht, hat er die Strecke so geplant, dass man Teile davon laufend bew\u00c3\u00a4ltigen muss, d.h. das Rad schiebend oder tragend (ich gebe zu, diese Teile habe ich etwas untersch\u00c3\u00a4tzt). Dabei ist Camille nicht irgendwer. Er kann auf eine lange Radsporterfahrung zur\u00c3\u00bcckblicken. Zun\u00c3\u00a4chst als Fahrer, sp\u00c3\u00a4ter war er als Photograph bei all den gro\u00c3\u0178en Pro Tour Events dabei (er war einer von den Irren, die r\u00c3\u00bcckw\u00c3\u00a4rts auf den Motorr\u00c3\u00a4dern durch die Alpen und Pyren\u00c3\u00a4en rasen). Leider konnte das Event in diesem Jahr nicht wie fr\u00c3\u00bcher an einem Wochenende stattfinden, sondern an drei, so dass es eine Art virtuelles Event wurde. Nachdem ich nach langem Betteln endlich meinen Startplatz bekommen hatte, konnte ich meine Tour detailliert vorbereiten (so gut das denn ging, denn den Track bekam ich erst drei Tage vor dem Event &#8211; Camille ist da schon sehr franz\u00c3\u00b6sisch ??). Ich wollte mit dem Focus fahren, denn in den Rahmen konnte ich recht breite Reifen montieren, da mir klar wurde, dass die Schotterwege in den Pyren\u00c3\u00a4en etwas anders aussehen als in Deutschland. Das Bike bekam, dann auch noch zwei Upgrades, einmal neue DT Swiss Laufr\u00c3\u00a4der und dann noch Garmin Rally Powermeter Pedale. Beides waren super Investitionen, die Laufr\u00c3\u00a4der sind ein Traum und \u00c3\u00bcber die Pedale konnte ich meine Leistung perfekt steuern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20210812111415\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img20210812111415.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p>Was nimmt man also f\u00c3\u00bcr solch ein Event mit? Nun, einmal nat\u00c3\u00bcrlich die Schlafausr\u00c3\u00bcstung, also Schlafsack, Luftmatraze und ein Tarp. Dazu noch ein Biwak Sack f\u00c3\u00bcr Notf\u00c3\u00a4lle und ein kleines Kopfkissen wegen meines Nackens. Als Wechselklamotten hatte ich mir f\u00c3\u00bcr die Nacht meine Skins Kompressionshose und Shirt eingepackt und die CEP Socken. Ich w\u00c3\u00bcrde ja alleine sein, da kann man ja aussehen wie ein Honk. Dazu kamen noch einige vorgeschriebene Dinge, wie Daunenweste und nat\u00c3\u00bcrlich Regenklamotten. Der Rest war dann Futter f\u00c3\u00bcr die drei bis vier Tage, ein Mini Erste Hilfe Set, zwei Powerbanks, Handy und ein Photoapperat. Um das Rad besser tragen zu k\u00c3\u00b6nnen, hatte ich noch eine Bandschlinge dabei, damit konnte ich es auf dem R\u00c3\u00bccken befestigen &#8211; das war der Plan\u00e2\u20ac\u00a6.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20210812095314\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img20210812095314.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><br \/>\nDas bekam ich alles in meinen Taschen unter, ich wollte nicht mit Rucksack fahren. Camille war etwas fasziniert, dass ich sogar einen Gaskocher dabei hatte, ich wollte aber zumindest am Abend etwas &#8220;Vern\u00c3\u00bcnftiges&#8221; essen, nicht nur Energieriegel. Und ein Kaffee am Morgen ist ja dann auch ganz nett.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20210812095324\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img20210812095324.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><br \/>\nFreitag um 9 Uhr ging es dann los. Wir waren an diesem Wochenende nur zwei Starter, der dritte hatte seinen Start auf die kommende Woche verschoben. Michal hatte es bereits in der vorherigen Woche versucht, musste aber aussteigen, da seine Bremse defekt war &#8211; und das ist hier in den Bergen ein sehr guter Grund.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 4972\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_4972.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 4973\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_4973.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p>Das &#8220;Wettkampfbriefing&#8221; fand dann One on One bei Camille bei einem Fr\u00c3\u00bchst\u00c3\u00bcckskaffee statt. Danach bekam ich meinen GPS Tracker und p\u00c3\u00bcnktlich um 9 Uhr ging es los.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 2656\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_2656.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 4988\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_4988.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p>Ich war froh, denn ich war doch arg nerv\u00c3\u00b6s. Gro\u00c3\u0178 Einrollen gab es nicht, direkt nach dem Start geht es einen so steilen Berg rauf, dass wir schon nach 100 Metern schieben mussten. Danach wurde es aber besser und die Strecke f\u00c3\u00bchrte in moderatem Anstieg rauf auf den Mont Foucat, quasi der Hausberg von Camille. Hier kam dann aber tats\u00c3\u00a4chliche die erste ernste Schiebe- bzw. Tragepassage. Es wurde so steil, dass ich das Rad schieben musste, Tragen war noch nicht notwendig. Am Gipfel gab es dann auch einige Zuschauer in Form von Schafen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 2661\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_2661.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 2662\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_2662.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p>Der Abstieg hatte es dann aber in sich. Das war schon kein Weg mehr und schon gar keiner, den man mit dem Rad runter kam (zumindest nicht, wenn man an seine Leben h\u00c3\u00a4ngt). Auch schieben ging hier nicht mehr, daf\u00c3\u00bcr war es zu steil und zu steinig.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 2665\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_2665.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p>Also Rad auf den R\u00c3\u00bccken. Die Konstruktion mit der Bandschlinge funktionierte auch einigerma\u00c3\u0178en.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 2667\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_2667.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p>So stolperte ich dann den Hang runter, verfehlte dann einige Male den Track und musste mich durch das Grad oder die B\u00c3\u00bcsche schlagen, bevor nach ca. einer Stunde endlich wieder ein Weg auftauchte, auf dem ich endlich wieder fahren konnte. Es ging dann noch etwas auf der H\u00c3\u00b6he weiter, bevor der erste Downhill zur\u00c3\u00bcck ins Tal anstand. Auf einer dieser Pyren\u00c3\u00a4en R\u00c3\u00bcttelpisten ging es abw\u00c3\u00a4rts. Erholen ist hier nicht, da man st\u00c3\u00a4ndig den gr\u00c3\u00b6bsten Steinen ausweichen muss und eigentlich kontinuierlich bremsen. Ich war selbst \u00c3\u00bcberrascht, wie gut meine kleinen 140mm Bremsscheiben diese Dauerbremsaktionen \u00c3\u00bcberstanden &#8211; anscheinend hat Shimano das Hitzeproblem ganz gut in den Griff bekommen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 2668\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_2668.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><br \/>\nIrgendwann war aber auch diese Holperei zu ende und ich konnte mich auf den kommenden ca. 15km auf einem Asphaltst\u00c3\u00bcck etwas erholen, an einem Brunnen meine Flaschen auff\u00c3\u00bcllen und auch mal etwas futtern, bevor es in das n\u00c3\u00a4chste Offroad St\u00c3\u00bcck ging &#8211; hinauf zum Col de Marmare. Dieses St\u00c3\u00bcck kannte ich schon, war ich es doch schon am Montag auf einer Trainingsrunde gefahren. So kam ich auch hier recht z\u00c3\u00bcgig rauf. Danach wurde es etwas entspannter, auf einer recht langen Asphaltabfahrt &#8211; die ich schon vom Altriman kannte &#8211; ging es zur\u00c3\u00bcck ins Tal und weiter wellig auf immer wieder bekannten St\u00c3\u00bccken. Das kam mir extrem entgegen, wusste ich doch, was mich erwartete.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 2671\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_2671.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p>Leider hatte Camille auch die wirklich fiesen Anstiege des Altriman mit eingeplant: einmal hinauf nach Escolubre und dann vor allem der Anstieg von Carcancier le Bains nach Carcancier. Beim Altriman war ich hier mit 9km\/h rauf gekrochen und nun ging es auch nicht viel schneller (aber es sollten noch steilere Berge kommen). In Querigut nutzte ich einen Brunnen, um mal wieder meine Flaschen aufzuf\u00c3\u00bcllen und das war auch bitter n\u00c3\u00b6tig gewesen. Nach einem weiteren bekannten Altriman Anstieg raus aus dem Ort bog die Strecke dann wieder auf ein langes Schotterst\u00c3\u00bcck ab, das sich wieder wellig durch das Tal zog und nicht enden wollte. Hier gab es keine M\u00c3\u00b6glichkeit die Flaschen nachzuf\u00c3\u00bcllen und am Ende des Schotterst\u00c3\u00bccks startete direkt der lange Anstieg zum Pailheres. Auch den kannte ich schon, und konnte mir den Aufstieg gut einteilen &#8211; vor allem auch meine Wasserreste, denn Brunnen gab es hier keine. Oben erwartete mich dann Camille um mal wieder einige Photos zu machen und mich zu motivieren, aber das war kaum notwendig, es ging mir bestens und nun kam ja eine lange sch\u00c3\u00b6ne Abfahrt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 2672\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_2672.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p>Unten im Tal gab es dann auch endlich wieder einen Brunnen zum Nachf\u00c3\u00bcllen der Flaschen, so dass ich beruhigt weiter fahren konnte. Nat\u00c3\u00bcrlich ging es dann nicht auf dem direkten Weg nach Ax-Les-Thermes, sondern wieder durch einen Wald und Offroad \u00c3\u00bcber einen steilen Berg. Hier war mal wieder etwas Schieben angesagt und auf der Abfahrt eine lustige Holperei ins Tal. Langsam ging nun auch die Sonne unter, was mich mit einem herrlichen Sonnenuntergang belohnte. Das St\u00c3\u00bcck zwischen Ax-les-Thermes und Les Cabanes war dann ok, aber nicht weiter spektakul\u00c3\u00a4r. Im Grunde schl\u00c3\u00a4ngelte sich der Weg im Tal entlang, mal auf Radwegen, dann wieder lustige kleine Singletrails &#8211; halt was man als Kursplaner so finden konnte. Camille hatte mich vorgewarnt, dass es am ersten Night Curfew Punkt kein Wasser geben w\u00c3\u00bcrde, so f\u00c3\u00bcllte ich in Les Cabanes noch einmal meine Flaschen und Wasserbeutel auf, um dann den letzten Anstieg des Tages in Angriff zu nehmen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20210813220104\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img20210813220104.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p>Es ging zun\u00c3\u00a4chst \u00c3\u00bcber die bekannte Stra\u00c3\u0178e hinauf zum Plateau de Bailles und dann weiter \u00c3\u00bcber recht breite Schotterwege. Hier musste ich aufpassen, den Stopppunkt nicht zu verpassen, es sollte hier eine H\u00c3\u00bctte geben, in der ich \u00c3\u00bcbernachten konnte, doch die konnte ich in der Nacht nicht finden. Statt dessen begegnete ich mal wieder K\u00c3\u00bchen, die mich verwundert ansahen und ein Wildschwein kreuzte auch mal meinen Weg. War aber nicht weiter dramatisch. Gegen ca. 0:45 Uhr suchte ich mir einen Schlafplatz, der einigerma\u00c3\u0178en gesch\u00c3\u00bctzt war. Schnell baute ich meinen Schlafplatz auf, zog mich um und dann gab es endlich etwas &#8220;Anst\u00c3\u00a4ndiges&#8221; zu essen. Was war ich froh, dass ich meinen Kocher dabei hatte und etwas warmes essen konnte. Unter einem fantastischen Sternenhimmel &#8211; ich glaube ich habe noch nie so viele Sterne gesehen &#8211; kroch ich dann in meinen Schlafsack und war auch gleich eingeschlafen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20210814012236\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img20210814012236.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><br \/>\nLeider nicht lange, um 5 Uhr klingelte schon wieder der Wecker. Um wach zu werden machte ich mir noch einen Kaffee, den ich auch bauchte, um mein Fr\u00c3\u00bchst\u00c3\u00bcck: eine Packung Panzerkekse &#8211; hinunter zu bekommen. W\u00c3\u00a4hrend ich mein Zeug zusammen packte ging die Sonne wieder spektakul\u00c3\u00a4r auf und ich konnte mich beinahe p\u00c3\u00bcnktlich auf die Weiterfahrt machen. Ich war hoch motiviert und hatte die fixe Idee, schnell durch das Laufst\u00c3\u00bcck zu kommen, dann mit Druck weiter zu den kommenden Laufst\u00c3\u00bccken, diese auch heute zu schaffen und dann nach einer kurzen Nachtpause direkt ins Ziel zu fahren &#8211; lustiger Plan\u00e2\u20ac\u00a6.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 2678\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_2678.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 2679\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_2679.jpg\" width=\"640\" height=\"961\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 2676\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_2676.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p>Das erste Laufst\u00c3\u00bcck holte mich dann in die Realit\u00c3\u00a4t zur\u00c3\u00bcck. Zun\u00c3\u00a4chst konnte man das Rad noch schieben, dann ging es in Kletterei \u00c3\u00bcber und ich musste es auf dem R\u00c3\u00bccken tragen. So ging es dann weiter &#8211; bergauf, aber auch den einen oder anderen steilen Abstieg zur\u00c3\u00bcck in kleine T\u00c3\u00a4ler. Einen wirklichen Weg gab es hier auch nicht mehr, mehr die Trampelpfade der K\u00c3\u00bche und auch die teilweise nicht mehr und ich stolperte durch das hohe Gras und Geb\u00c3\u00bcsch. Ich wusste, dass wir bis zu einer H\u00c3\u00bctte laufen mussten, meine Hoffnung war, dass es ab da wieder einen Zufahrtsweg gab, den ich h\u00c3\u00a4tte fahren k\u00c3\u00b6nnen, aber nein, zwar gab es die H\u00c3\u00bctte, aber keinen anst\u00c3\u00a4ndigen Weg, also weiter bergab getragen. Was habe ich Camille zwischenzeitlich verflucht. Das w\u00c3\u00a4re schon mit einer normalen Wanderausr\u00c3\u00bcstung eine h\u00c3\u00bcbsche Wanderung geworden, mit Radschuhen und Rad auf dem R\u00c3\u00bccken war es der komplette Irrsinn und ich wurde nat\u00c3\u00bcrlich von den Wanderern vollkommen entgeistert angesehen, die sich vermutlich fragten: &#8220;Warum schleppt der Irre hier ein Rad den Berg rauf und wieder runter?&#8221;.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 2680\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_2680.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p>Nach ca. 4,5 Stunden kam die Erl\u00c3\u00b6sung: endlich wieder eine Stra\u00c3\u0178e, \u00c3\u00bcber die ich dann zur\u00c3\u00bcck ins Tal fliegen konnte. Im Grunde kam ich genau da wieder raus, wo ich am Abend zuvor meine Flaschen aufgef\u00c3\u00bcllt hatte &#8211; das h\u00c3\u00a4tte man also einfacher haben k\u00c3\u00b6nnen. Ohne viel Erholung kam direkt der n\u00c3\u00a4chste brutale Anstieg: in praller Sonne ca. 1000hm, zun\u00c3\u00a4chst auf einer kleinen Stra\u00c3\u0178e, dann \u00c3\u00bcber den bekannten Holperschotter. Auch hier gingen meine Wasservorr\u00c3\u00a4te wieder schnell zur Neige und Gelegenheiten zum Nachf\u00c3\u00bcllen gab es nicht. Den Zacken hatte ich irgendwie bei der Strecke \u00c3\u00bcbersehen. Weiter ging es danach \u00c3\u00bcber Niaux und beinahe zur\u00c3\u00bcck nach Tarascon Sur Ariege (hier h\u00c3\u00a4tte ich auch gleich zur\u00c3\u00bcck auf unseren Campingplatz fahren k\u00c3\u00b6nnen). Julia erwartete mich hier und ein St\u00c3\u00bcck weiter auch wieder Camille, der mir noch einige Tipps f\u00c3\u00bcr das kommende Tragest\u00c3\u00bcck gab. Mein Plan war nat\u00c3\u00bcrlich schon hinf\u00c3\u00a4llig, ich wollte nur noch das kommende Tragest\u00c3\u00bcck schaffen und dann noch etwas weiter zu fahren, um dann am kommenden Tag die letzten beiden Tragest\u00c3\u00bccke direkt morgens angehen zu k\u00c3\u00b6nnen. Ja, ok, so kam ich um ca. 18 Uhr am dem Checkpoint an, konnte also weiter fahren, bzw. laufen. Nun ging es erst durch einen Wald steil bergauf. Einen Weg gab es hier nicht mehr, so orientierte ich mich nur noch an dem GPS Track und krabbelte irgendwie den Berg rauf. Wieder einmal mit reichlich Flucherei \u00c3\u00bcber Camille. Damit war es aber noch nicht vorbei, noch lange nicht. Nach einer kurzen Verschnaufpause in einem sch\u00c3\u00b6nen abgelegenen Bergtal, f\u00c3\u00bchrte der Track nun gef\u00c3\u00bchlt eine senkrechte Wand rauf. Es wurde so steil, dass ich auf allen Vieren den Berg hinauf kletterte, das Rad noch zus\u00c3\u00a4tzlich auf dem R\u00c3\u00bccken. Dazu kam, dass der Weg eng durch B\u00c3\u00bcsche und kleinere Baumgruppen f\u00c3\u00bchrte, die so eng standen, dass ich mit dem Rad auf dem R\u00c3\u00bccken nicht durchkam, also durfte ich zus\u00c3\u00a4tzlich zu der Kletterei auch noch das Rad durch die Engstellen balancieren. Eigentlich darf man das gar niemandem erz\u00c3\u00a4hlen\u00e2\u20ac\u00a6<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20210814191755\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img20210814191755.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p>Und nat\u00c3\u00bcrlich war es auch wieder so, dass der Abstieg keinen Deut besser wurde. Zwar nicht mehr so steil, daf\u00c3\u00bcr ging es nun \u00c3\u00bcber eine Kuhweide oder wie auch immer man das nennen will zur\u00c3\u00bcck ins n\u00c3\u00a4chste Tal. Der &#8220;Weg&#8221; war auch hier wieder ein Kuhweg, also mehr Gestolpere als sonst etwas. R\u00c3\u00bcckblickend ist es ein Wunder, dass ich nicht einmal umgeknickt bin. Daf\u00c3\u00bcr zerschrammte ich mir an den vielen kleinen B\u00c3\u00bcschen ordentlich die Schienbeine. Der &#8220;Weg&#8221; f\u00c3\u00bchrte dann zur\u00c3\u00bcck in ein Tal in eine alte verlassene Siedlung oder was auch immer das war. Auf jeden Fall sehr h\u00c3\u00bcbsch anzusehen, die alten typischen H\u00c3\u00a4user.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20210814204320\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img20210814204320.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p>Teilweise kann man diese noch benutzen, zumindest sah es so aus, als w\u00c3\u00bcrden dort Wanderer \u00c3\u00bcbernachten. Es wurde nun langsam dunkel, ich wollte aber noch einige Kilometer machen, so ging es weiter auf den Col d&#8217;Agnes und wiedder runter nach Aulus les Bains. Dort kam ich vollkommen verk\u00c3\u00bchlt und zitternd an, die Abfahrt im Dunkeln war dann doch etwas kalt. Dazu kam, dass ich mal wieder etwas essen musste &#8211; und beides tat ich dann im Ort. Auch konnte ich mal wieder meine Flaschen und Wasserbeutel auff\u00c3\u00bcllen, denn mein neuer Plan sah vor, noch auf den Col Latrappe zu fahren und dann dort zu \u00c3\u00bcbernachten. Leider fand ich dort oben keinen guten Platz, also ging es wieder runter und nach einigem Suchen konnte ich mein Nachlager schlussendlich auf einem kleinen abgelegenen Feldweg aufschlagen. Dort wieder das gleiche Programm: Umziehen, Essen und ab in den Schlafsack. Leider sahen meine F\u00c3\u00bc\u00c3\u0178e ganz \u00c3\u00bcbel aus. Ich war ja bei den Wanderaktionen mehrfach in Matschl\u00c3\u00b6cher getreten und so waren Schuhe und Socken komplett nass geworden und dann nicht wieder getrocknet. Nach 10 Stunden sieht die ganze Geschichte dann halt nicht mehr so toll aus, aber nun konnte sich die Haut ja f\u00c3\u00bcr zumindest 3 Stunden Schlafenszeit erholen.<br \/>\nWieder klingelte mich mein Wecker um 5 aus dem Schlaf, wieder Fr\u00c3\u00bchst\u00c3\u00bcck und wieder alles zusammenpacken. \u00c3\u0153berraschenderweise ging es mir ganz gut. Ok, die F\u00c3\u00bc\u00c3\u0178e taten noch weh, aber Beine waren ok und auch sonst war ich nicht komplett erschlagen. Da die Socken immer noch feucht waren, lie\u00c3\u0178 ich die CEP Socken an, die ich eigentlich nur f\u00c3\u00bcr die N\u00c3\u00a4chste dabei hatte. Sah zwar mehr als bescheiden aus, aber wenn es hilft\u00e2\u20ac\u00a6 So fuhr ich dann richtig motiviert in Richtung der letzten Wanderpassage. Das war eine Schleife mit einer ca. 10km langen Zufahrt. Ich dachte mir, dass ich wieder maximal 3-4 Stunden wandern m\u00c3\u00bcsste, ich w\u00c3\u00a4re also gegen 11 oder 12 fertig mit der Runde, dann noch die restlichen 90km und ich w\u00c3\u00a4re noch vor Sonnenuntergang im Ziel. Ja, war wieder mal ein netter Plan\u00e2\u20ac\u00a6 Ich kam recht gut und schnell bis zu dem Beginn des Anstiegs &#8211; es stand ja noch einmal ein 2400m hoher Pass an. Zun\u00c3\u00a4chst konnte man den Anstieg gut fahren, erst auf Stra\u00c3\u0178en, dann auf Schotter und dann wurde es immer steiniger, bis ich das Rad nur noch schieben konnte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20210815075427\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img20210815075427.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20210815083544\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img20210815083544.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p>Dann wieder etwas fahren, dann wieder schieben und dann war mal wieder Ende Gel\u00c3\u00a4nde: es wurde so steil und steinig, dass ich das Rad nur noch tragen konnte. Durch ein abartig steiles Tal ging es auf den Port de Salau.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 2692\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_2692.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20210815092558\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img20210815092558.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p>Fr\u00c3\u00bcher wurden hier wohl Baumst\u00c3\u00a4mme \u00c3\u00bcber den Berg gewuchtet, daher befinden sich hier oben noch die \u00c3\u0153berreste einer alten Station. Das w\u00c3\u00a4re auch ein klasse Platz zum Biwakieren, aber ich wollte ja weiter.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 2694\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_2694.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p>Nat\u00c3\u00bcrlich konnte ich nach dem Pass nicht mit dem Rad fahren, sondern \u00c3\u00bcber Trampelpfade ging es \u00c3\u00bcber eine ca. 10km lange Traverse zum n\u00c3\u00a4chsten Pass: dem Port d&#8217;Aula. Diese Traverse hat mir wirklich den Rest gegeben. Mehrmals dachte ich mir, dass ich einfach aufh\u00c3\u00b6ren k\u00c3\u00b6nnte, doch was dann? Also weiter. Mehrmals verlief ich mich es gab hier viele parallele Wege, die die Tiere hier in den Hang gelaufen hatten, nat\u00c3\u00bcrlich erwischte ich immer wieder den falschen und musste dann von einem auf den anderen Weg klettern. Meine F\u00c3\u00bc\u00c3\u0178e sp\u00c3\u00bcrte ich schon garnicht mehr, so sehr schmerzten sie. Daf\u00c3\u00bcr wurde ich aber mit unglaublichen Ausblicken auf die berge belohnt, daher war ich ja immerhin hier. Hier gab es auch reichlich Schafe und wo es Schafe gibt, gibt es auch Sch\u00c3\u00a4ferhunde &#8211; und mit denen sollte man auch nicht spa\u00c3\u0178en. Der erste, der mich recht deutlich auf seine Herde hinwies war noch recht entspannt: bellte mich einige male an, begleitete mich dann ein St\u00c3\u00bcck und blieb dann zur\u00c3\u00bcck, um mich aus der Ferne zu beobachten. Etwas sp\u00c3\u00a4ter kamen dann aber noch zwei weitere Kameraden, die mich schon etwas heftiger angingen. Mit aufgestelltem Nackenfell und knurrend bellten sie mich an und wollte erst einmal nicht nachgeben. Ich habe sie dann einfach ignoriert und so lange gewartet, bis es dem ersten zu bl\u00c3\u00b6d wurde und er sich wieder trollte. Der zweite war dann auch etwas entspannter und ganz langsam und vorsichtig konnte ich dann weiter ziehen. Uff, braucht man aber nicht. Daf\u00c3\u00bcr sah ich kurz danach ein Erdh\u00c3\u00b6rnchen, das \u00c3\u00bcber den Weg huschte &#8211; nein, kein Murmeltier, sondern ein Erdh\u00c3\u00b6rnchen. War leider zu schnell f\u00c3\u00bcr mich, daher kein Bild. Nach ca. 7 Stunden Rad Schlepperei kam ich endlich an dem Port d&#8217;Aula an.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20210815133920\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img20210815133920.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p>Hier ging ein Sturm, der mich beinahe wieder von dem Pass wehte und ich hatte mich mental schon wieder darauf eingestellt, das Rad wieder den Berg runter zu tragen, doch was sah ich da: hier ging ein breiter Schotterweg bis hier herauf. Ich h\u00c3\u00a4tte heulen k\u00c3\u00b6nnen, so gl\u00c3\u00bccklich war ich. Camille erkl\u00c3\u00a4rte mir nachher, dass dies eine geschichtstr\u00c3\u00a4chtige Stra\u00c3\u0178e ist (Cam\u00c3\u00ad de la llibertat oder Road to freedom): Zur Zeit des zweiten Weltkriegs war dies eine Fluchtroute der franz\u00c3\u00b6sischen Juden nach Spanien (und dann sp\u00c3\u00a4ter wieder zur\u00c3\u00bcck).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20210815140741\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img20210815140741.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p>So konnte ich dann endlich wieder fahren und musste das Rad nicht mehr tragen. Das Geholper war mir nun auch egal und Serpentine um Serpentine ging es zur\u00c3\u00bcck ins Tal. Dort wartete \u00c3\u00bcberraschenderweise Julia.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 4997\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_4997.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p>Nach einem kurzen Stopp ging es also auch hier weiter und nun erst einmal auf Stra\u00c3\u0178en und moderaten Offorad St\u00c3\u00bccken weiter. In einem Waldst\u00c3\u00bcck wurde es noch einmal feucht und matschig, so dass ich kurze St\u00c3\u00bccke schieben musste, aber alles kein Vergleich mehr zu dem was hinter mir lag. Eigentlich konnte nun nichts mehr passieren und meine Motivation stieg wieder. Herrlich. Meine beine waren auch noch recht fit, ich konnte immer noch \u00c3\u00a4hnliche Werte treten, wie zu Beginn der Tour, mein Powermeter leistete mir hier perfekte Dienste. Und damit mir auch nichts erspart blieb (ich hatte mir zwischenzeitlich \u00c3\u00bcberlegt, dass ich ja die Regenklamotten und Arm- und Knielinge umsonst mitgeschleppt hatte) fing es dann p\u00c3\u00bcnktlich im Anstieg zum Col de Peguere an zu regnen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 5018\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_5018.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p>Bergauf war das noch nicht so dramatisch: der Pass ist so steil, da wird einem nicht kalt. Bei bis zu 18 Prozent kroch ich den Berg rauf, um mir dann oben die Weste, Armlinge, Beinline und Regenjacke und Regenhose anzuziehen. Wenn ich die Klamotten schon dabei hatte, brauchte ich ja auch nicht zu bibbern. So machte mir der Regen nichts mehr aus und ich rollte hoch motiviert weiter, einen Berg gab es noch, dann die Abfahrt ins Tal und dann der Schlussanstieg, den ich aber auch schon kannte. Die Schotterst\u00c3\u00bccke waren auch nicht mehr so heftig, so dass ich sehr z\u00c3\u00bcgig voran kam. Dabei hatte ich immer das Zitat von Sepp Kuss zu seinem Sieg in Andorra im Ohr, das Julia mir per SMS geschickt hatte: Ich sollte auf den Pedalen tanzen (ok, \u00c3\u00bcbersetzt klingt das bl\u00c3\u00b6d, schaut Euch das Interview von Sepp nach der TdF Etappe an). Camille lauerte auch wieder auf mich und schoss ein klasse Bild von mir und endlich ging es bergab zur\u00c3\u00bcck ins Tal.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"145d36ac-5541-497a-98d8-dc8ca8ddcab8\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/145d36ac-5541-497a-98d8-dc8ca8ddcab8.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/> (Photo by <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/furtherjournal\/\">Camille McMillan<\/a>)<\/p>\n<p>Es wurde nun auch dunkel, also ein Daylight Finish wurde es nicht mehr. Vor dem letzten Anstieg standen Julia und Camille noch einmal, schossen noch eimal einige Bilder von mir, bevor ich dann den letzten Anstieg in Angriff nahm.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"DSF0420\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/dsf0420.jpg\" width=\"640\" height=\"415\" \/> (Photo by <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/furtherjournal\/\">Camille McMillan<\/a>)<\/p>\n<p>Vorher zog ich noch die Regenklamotten aus, und dann all out an den letzten 600hm. Gut ganz so viel war da nicht mehr, aber 250 bis 300 Watt gingen noch. Den Anstieg war ich ja auch schon zweimal gefahren, so dass ich ihn auch in der Dunkelheit sehr gut rauf kam und wusste was noch kam. Dann endlich der letzte Ort (und das Ende der Stra\u00c3\u0178e). Nun nur noch eine 3-4km lange Traverse auf einem Schotterwegs ins Ziel. Diese fuhr ich extrem vorsichtig, ich wollte nun nichts mehr riskieren. Einem kleinen Fuchs begegnete ich hier auch noch, der war aber eher \u00c3\u00bcberrascht, dass hier nachts ein Radfahrer lang kam. Dann endlich: die letzte steile Abfahrt und dann ZIEL!! Julia und Camille warteten schon, dazu seine Familie und auch Michal, der mit mir vor 2 Tagen gestartet war, dann aber aufgeben musste. Nach 61 Stunden und 15 Minuten hatte ich es geschafft und bin damit der erste FURTHER TRUTH Finisher in diesem Jahr.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"DSF0449\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/dsf0449.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/> (Photo by <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/furtherjournal\/\">Camille McMillan<\/a>)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG 5022\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_5022.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p>Mal sehen, wie es an den kommenden Wochenenden bei den n\u00c3\u00a4chsten Startern l\u00c3\u00a4uft. Ich war aber erst einmal nur super fertig und geschafft, ich denke das sieht man auf den Bildern auch ganz gut. So fuhren Julia und ich dann auch bald zur\u00c3\u00bcck zu unserem Campingplatz, wo ich dann endlich die Klamotten ausziehen, duschen und dann noch etwas essen konnte, bevor es dann gegen Mitternacht ins Bett ging. Leider taten mir meine F\u00c3\u00bc\u00c3\u0178e so sehr weh, dass ich kaum schlafen konnte. Julia sagte, sie habe noch nie so gro\u00c3\u0178e Blasen gesehen und damit hatte ich auch noch einige Tage zu k\u00c3\u00a4mpfen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20210816095353\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img20210816095353.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"IMG20210816082503\" src=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img20210816082503.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" \/><br \/>\nNun stellt sich nat\u00c3\u00bcrlich die Frage: war es das alles wert? Ich hatte mich bereits im Februar bei Camille gemeldet und um einen Startplatz gebettelt. Im Juli erhielt ich dann endlich die Zusage und ich bin ihm immer noch dankbar daf\u00c3\u00bcr. Ob die Geschichte nun h\u00c3\u00a4rter war als ein IRONMAN, der Embrunman oder der Altriman &#8211; das ist schwer zu vergleichen und darum geht es ihm auch nicht. Nat\u00c3\u00bcrlich tendiert man erst einmal dazu, das letzte Event als das h\u00c3\u00a4rteste zu sehen, aber ich glaube, man kann diese einfach nicht vergleichen. Camille wollte ein Event schaffen, das sich wieder mehr an den traditionellen Radsporttugenden orientiert, also kein KOMs, FTP, CP und sonstige Entwickllungen. Er will ein Event in einer grandiosen Landschaft etablieren, fordernd aber nicht \u00c3\u00bcbertrieben wettkampforientiert. Nat\u00c3\u00bcrlich hat man den Wettkampfgedanken immer im Hinterkopf, aber im Grunde geht es darum nicht. Vielmehr hat man damit zu tun, die Strecke zu schaffen und ist viel mehr mit sich selbst besch\u00c3\u00a4ftigt. Und es ist eben auch keine Rundumversorgung, wie wir es oft gewohnt sind. Eigentlich ganz einfach: es gibt gar keine Versorgung oder Betreuung. Julia durfte mir nichts anreichen, ich hatte alle meine Verpflegung und Ausr\u00c3\u00bcstung immer dabei. Und es ist halt auch mehr als nur ein Radrennen. Man muss auch gut im Bergwandern sein &#8211; etwas alpine Erfahrung ist dabei schon ganz gut, meine Pfadfindererfahrung war auch ganz hilfreich, wenn es mal wieder keinen wirklichen Weg gab, man sollte schon mal biwakiert haben und man sollte wissen, wie man sich im Hochgebirge verh\u00c3\u00a4lt, wenn das Wetter umschl\u00c3\u00a4gt, man muss auch mal drei oder vier Tage mit minimalem Gep\u00c3\u00a4ck auskommen, auf die Ern\u00c3\u00a4hrung achten (und Angst vor Insekten in der Nacht sollte man auch nicht haben). Dazu noch ein wenig Gelassenheit, wenn der Weg etwas luftiger wird oder die Natur in Form von Wildschweinen oder Sch\u00c3\u00a4ferhunden angreift. W\u00c3\u00b6lfe oder B\u00c3\u00a4ren habe ich leider keine gesehen und auch von den Zecken, die dort ein Problem sein k\u00c3\u00b6nnen, bin ich auch verschont geblieben.<br \/>\nAlso, nun schau ich mir erst einmal virtuell an, was die anderen Starter in den kommenden Wochenenden so treiben und dann &#8211; schaun mal mal, was das kommende Jahr bringt. Ich glaub ich will da wieder hin \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie f\u00c3\u00a4ngt man an, bei einem Event wie dem FURTHER, an dem ich in diesem Jahr teilnehmen durfte? Zun\u00c3\u00a4chst einmal die Frage, was ist das \u00c3\u00bcberhaupt? Ist es ein Radrennen: nur zum Teil! Ist es ein Orientierungslauf: teilweise! Ist es &hellip; <a href=\"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/further-truth-2021\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5657"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5657"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5657\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5661,"href":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5657\/revisions\/5661"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5657"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5657"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5657"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}