{"id":5580,"date":"2021-06-29T14:24:44","date_gmt":"2021-06-29T12:24:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/?p=5580"},"modified":"2021-06-29T14:24:49","modified_gmt":"2021-06-29T12:24:49","slug":"swissman-2021-virtuell-aber-doch-ganz-real","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/swissman-2021-virtuell-aber-doch-ganz-real\/","title":{"rendered":"Swissman 2021 &#8211; virtuell, aber doch ganz real"},"content":{"rendered":"<p>Da waren wir wieder. Samstag Morgen, kurz vor 5, es d&#228;mmerte und kein Mensch, au&#223;er ein paar verirrten Athleten, auf der Stra&#223;e. Dieses Jahr wurde die virtuelle Variante des Swissman angeboten, da aber Reisen in die Schweiz gerade kein Problem sind, entschied ich mich, das &#8222;Rennen&#8220; auf der Originalstrecke zu absolvieren. Nach einer Woche auf dem Campingplatz bezogen wir am Freitag eine Ferienwohnung im Valle Maggie &#8211; herrliche Aussicht dort oben! Und wie immer gab es eine Party in der Nachbarschaft, die uns am Schlafen hinderte. Wenigstens brauchten wir uns wegen der Fu&#223;ball-EM nicht um Autokorsos sorgen&#8230;<\/p>\n<p>Der Wecker ging um drei Uhr und dann wurde schnell Kaffee gekocht, Brote geschmiert und das Auto beladen. Und dann schlichen wir uns wieder vom Berg. Auch in diesem Jahr w&#228;hlte ich die angebotene Duathlon-Variante f&#252;r das Rennen, denn seit dem 2. Lockdown im Oktober vergangenen Jahres gab es kein Schwimmtraining mehr.<\/p>\n<p>Also, kurz vor f&#252;nf Uhr, meine Wechselzone ist eingerichtet, schlappe ich los zu den ersten zehn Kilometern des Tages. Es geht rund um den Golfplatz in Ascona und au&#223;er ein paar Gassigehern und zwei weiteren virtuell, realen Athleten ist niemand zu sehen. Mein Darm tanzt Limbo, was die Fluffigkeit des Laufs nicht nur hindert, sondern auch mehrfach unterbricht. Aber, es geht weiter. Nach den absolvierten Kilometern bin ich wieder zur&#252;ck am Auto und w&#228;hrend ich mich f&#252;r das Radfahren vorbereite, gesellt sich ein Teil des OKs zu uns. Was eine sch&#246;ne &#220;berraschung, dass die es sich nicht nehmen lassen, f&#252;r die wenigen Athleten an die Strecke zu kommen! Ich schwinge mich aufs Rad und ab gehts durch das schlafende Locarno. Ich genie&#223;e die Stille und die Ruhe &#8211; normalerweise sind die ersten 30 Kilometer der Radstrecke immer sehr hektisch, weil so viele Athleten unterwegs sind. Aber so bin ich komplett alleine und ich erfreue mich an der aufgehenden Sonne. Wie immer steht Alex am Abzweig Richtung Biasca und dann geht es Richtung Gotthard. Noch ist die Sonne hinter den Bergen und erst kurz vor Faido f&#228;hrt man dann auch in der Sonne. Es geht weiter rauf. Die Kilometer vergehen, ich fahre durch Airolo und ab da geht dann der Anstieg in den Gotthard wirklich los. Ich grinse, als ich dran denke, wie die Jungs bei der Tour de Suisse die Woche vorher den Anstieg hochballerten&#8230;Dadurch, dass es kein offizielles Rennen ist, f&#228;hrt Alex die Tremoli hoch und kann auch dort Supporten. Insgesamt ist es dort mit all den Motorradfahrern echt voll. Und ich versuche immer wieder, in den betonierten Rinnsteinen ein wenig neben den Steinen zu fahren. Oben auf der Passh&#246;he angekommen, steht nicht nur die Swissman-Crew, sondern auch der Alex und reicht mir f&#252;r die Abfahrt die Weste. Es geht mit Tempo den Berg wieder runter. Hatten wir vorher noch Bedenken, dass uns die Baustelle auf der Nordseite zu sehr aufhalten k&#246;nnte, passen wir direkt die Gr&#252;nphase ab und rollen beide durch. Am Kreisel in Hospital steht normalerweise immer der &#8222;Medizinmann&#8220; &#8211; dieses Jahr leider nicht. Es geht relativ flach Richtung Realp zur Furka. Und die relativ enge Passstra&#223;e rauf. Auch hier ist es voll. Zwei M&#228;nner &#252;berholen mich und bieten mir an, dass ich an ihrem Hinterrad mitfahre, da sie nur ein bisschen schneller sind als ich. Ich lehne dankend ab und sage, dass ich sp&#228;ter noch einen Marathon laufen werde und schneller als jetzt dem Lauf nicht zutr&#228;glich sein w&#252;rde. Das verstehen sie und ziehen weiter. Wenig sp&#228;ter sehe ich sie dann Pause auf dem Pass machen, w&#228;hrend ich mich auf die Abfahrt begebe. Herrlich! Die Abfahrt von der Furka ist meine absolute Favoritin! Unten in Gletsch angekommen geht es dann mit Gegenwind die erste Gerade den Grimsel rauf. Der Grimsel ist ja ein dankbarer, weil kurzer Pass. Alex steht wieder oben und reicht mir noch Essen und Trinken, bevor es dann auf die fast 30km lange Abfahrt geht. R&#252;cklicht an und los geht der Spa&#223;! An dem letzten Anstieg auf der Radstrecke des Tages an der Aareschlucht steht Alex noch einmal und checkt, dass ich alles habe und saust dann vor zur Wechselzone. Und ich rolle weiter. Sobald ich in Meiringen ankomme, fahre ich gegen den Wind an. Runter auf den Auflieger und noch die letzten zehn Kilometer fahren.<\/p>\n<p>Und es gibt tats&#228;chlich eine kleine Wechselzone. Die M&#228;dels von der Orga stellen zwei Swissman-Fahnen auf und Alex hatte mir einen Platz zum umziehen h&#252;bsch vorbereitet. Hach, was ist der Campingstuhl bequem! Aber, es hilft ja alles nichts, ich sollte dann mal loslaufen. Wie immer f&#252;hlen sich die Beine nicht so, als wollten\/sollten\/k&#246;nnten sie nun noch einen Marathon laufen. Aber auch das ist nicht neu. Ich tripple also den Anstieg zu den Griesbachf&#228;llen hoch &#8211; vor mir zwei M&#228;nner in Sichtweite. An dem F&#228;llen habe ich sie &#252;berholt. Und dann geht es auf altbekannten Wegen weiter. Alex wartet in Iseltwald auf mich, ich trinke und gebe ihm meinen M&#252;ll von den Gels. Er f&#228;hrt weiter bis B&#246;ningen, um mich ab da mit dem Rad zu begleiten. ich schlappe also weiter durch den Wald, immer viel rauf und runter bis ich dann unten am See bin, wo es f&#252;r wenige Kilometer flach zu laufen ist. Alex kommt mir entgegen mit der Versorgung der kommenden Stunden. Kilometer um Kilometer wird gemacht, es ist warm, an jedem Brunnen wird die Kappe wieder nass gemacht zwecks K&#252;hlung. Und immer geht es rauf. irgendwann sind wir bei Kilometer 29 angekommen und damit an meinem Lieblingsabschnitt der Laufstrecke. Neben mir rauscht der Gletscherbach, ich laufe durch den Wald und wei&#223;, dass es nicht mehr weit ist, bis es dann rauf-rauf geht. Ausnahmsweise braucht Alex nicht vorfahren, um die Rucks&#228;cke checken zu lassen, tut es aber dennoch, um noch einmal in Ruhe Getr&#228;nke umzuf&#252;llen.<\/p>\n<p>Seit wir das letzte Mal in Grindelwald waren, wurden zwei neue Seilbahnen gebaut, die &#252;ber unseren K&#246;pfen schwirren. Und dann geht es wie immer rauf. Alex ist dieses Mal mit dem Rad auch auf dem letzten Abschnitt unterwegs, damit er weniger tragen muss (denn alles an Wechselklamotten etc muss dieses Mal selbst transportiert werden). Was sich auch sp&#228;ter als gute Entscheidung herausstellen wird. Wir kommen ein wenig von der richtigen Strecke ab, landen dann aber wieder auf ihr und ab da haben wir auch keine Schwierigkeiten mehr, den richtigen Weg zu finden. Ich wandere\/laufe, w&#228;hrend Alex mit 10er Trittfrequenz die Anstiege hochf&#228;hrt. Und das alles bei Sonnenschein, wobei es kurz vor Alpigeln mal kurz zu tr&#246;pfeln anf&#228;ngt, aber auch schnell wieder aufh&#246;rt. In Alpiglen angekommen freuen wir uns auf die letzten 4 Kilometer (und ich muss wieder daran denken, wie Dominik mir 2018 ab dort immer eine Salzstange zu essen gab, wenn ich mal wieder 20 Meter joggte&#8230;). Wir n&#228;hern uns dem &#8222;Ziel&#8220; und sehen die aufgestellten Swissman-Flaggen. Bald sind wir da! Rauf auf den Feldherrenh&#252;gel, auf dem Beat schon wartet und die Kuhglocke schwingt. Oben und feddich!<\/p>\n<p>Kommen wir noch kurz zum Upsie des Tages, weil ja nicht alles so perfekt laufen kann, wie die 15 Stunden davor. Denn es ist verdammt ruhig auf dem Bahnhof an der Kleinen Scheidegg. Die Frage nach einer Bahn wird uns negativ beschieden &#8211; die fuhr bereits um kurz vor 5 (da h&#228;tte ich mich nicht nur richtig beeilen, sondern auch noch zwei Std fr&#252;her starten m&#252;ssen). Also, fangen wir an abzusteigen! Genau das richtige nach so einem Tag. Ich laufe mir die Beine quasi frei. Alex rollt neben mir her, bis ich ihn dann vorschicke, denn er muss ja noch das Auto in B&#246;ningen holen. Und so wandere ich im Abendsonnenschein von der Kleinen Scheidegg wieder nach Grindelwald. Es gab schon Jahre, da w&#228;re das gar nicht gegangen, und auch, wenn ich mir eine Bahnfahrt gew&#252;nscht h&#228;tte, kann ich die zwei Stunden nutzen, um die vergangenen Stunden Revue passieren zu lassen. Auf einem Abschnitt sammeln sich pl&#246;tzlich 30 Fliegen hinter mir und ich mache ihnen klar, dass ich wei&#223;, dass ich am M&#252;ffeln bin.<\/p>\n<p>Fast zeitgleich kommen Alex und ich auf &#8222;unserem&#8220; Campingplatz an. Wir suchen uns ein Pl&#228;tzchen, bauen das Zelt auf, duschen, essen endlich was nicht S&#252;&#223;es und dann ist der zweitl&#228;ngste Tag des Jahres auch schon vorbei. Denn der l&#228;ngste wird am kommenden Wochenende bei den 24 Stunden am Feldberg sein!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da waren wir wieder. Samstag Morgen, kurz vor 5, es d&#228;mmerte und kein Mensch, au&#223;er ein paar verirrten Athleten, auf der Stra&#223;e. 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