{"id":4037,"date":"2018-06-30T14:40:59","date_gmt":"2018-06-30T12:40:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/?p=4037"},"modified":"2018-06-30T14:46:58","modified_gmt":"2018-06-30T12:46:58","slug":"with-a-little-help-from-my-friends-swissman-2018","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/with-a-little-help-from-my-friends-swissman-2018\/","title":{"rendered":"With a little help from my friends &#8211; Swissman 2018"},"content":{"rendered":"<p>Alles lief wie geplant &#8211; Training, Planung etc. Und dann wurde leider Alex am 5.Juni abends auf dem Heimweg von einem Auto umgefahren. Nachdem dann am folgenden Mittwoch die Diagnose und die weitere Behandlung besprochen und deutlich wurde, dass es eine Operation geben w&#252;rde und damit Alex als Support voraussichtlich gar nicht oder nur sehr eingeschr&#228;nkt zur Verf&#252;gung stehen w&#252;rde.<\/p>\n<p>Eine Alternative war schnell angedacht: mein Freund Dominik, selbst zweifacher Swissman-Finisher &#8211; da ich wusste, dass er sich als Helfer f&#252;r den Swissman gemeldet hatte, wusste ich nat&#252;rlich dann auch, dass er an dem besagten Wochenende auf jeden Fall nichts Anderes vorh&#228;tte. Nach einem kurzen Telefonat mit ihm und seiner Frau hatte ich von ihm das ok, dass er meinen Support machen w&#252;rde. Musste nun nur noch Katrin von der Orga gebeten werden, ihm an dem Renntag frei zu geben. Was auch nach einer Emailanfrage noch am gleichen Abend direkt positiv beschieden wurde.<\/p>\n<p>Viele andere machten sich zu dem Zeitpunkt auch schon Gedanken, wie und ob sie mir helfen konnten. Vielen lieben Dank noch einmal an dieser Stelle daf&#252;r!!!Bevor ich dann allerdings tiefer in die Logistikplanung einsteigen konnte, sagte meine Freundin Jo: hier, ich habe eh gerade frei, ich kann mit dir auch die Woche vor dem Rennen schon mit in die Schweiz fahren und wir machen M&#228;delsurlaub! Super! Gleich zwei Supporter! Da ich von Alex wusste, dass er den Tag immer ordentlich am wuseln war, um alles auf die Reihe zu bekommen, war ich sehr dankbar f&#252;r diese zwei Supporter. Dann also weiter geplant, Telefonate gef&#252;hrt, gepackt und alles. Samstag, 16. Juni ging es los. Auf dem Weg zum Gotthard machten Jo und ich Zwischenstation bei Melanie und Dominik in Basel, um noch einmal das Rennen und alles m&#246;gliche durchzusprechen. Nach einem leckeren Abendessen ging es dann f&#252;r die Nacht weiter bis auf den Gotthard.Dann fing die &#252;bliche Rennvorwoche an: Sonntag nochmal P&#228;sse fahren, und am Montag ging es dann Richtung Locarno auf den Campingplatz. Morgens gingen wir schwimmen, radeln und laufen, um das System am laufen zu halten und nachmittags chillten wir bei bestem Wetter.<br \/>\nFreitag wurde es dann wieder etwas hektischer, weil ja Nummernausgabe und Wettkampfbesprechung anstanden. alles das v&#246;llig normal &#8211; und es war sch&#246;n, die Swissman-Crew nach 12 Monaten wiederzusehen! Dann wieder zur&#252;ck zum Campingplatz, Abendessen und Nachtruhe.Dann also Wettkampfmorgen. Das &#252;bliche, um zwei ging der Wecker, Shake, Anziehen, Eincremen und Kaffee!!! Wir laden schnell alles ein und machen uns auf den Weg nach Ascona. Um 2:48 klingelt mein Handy &#8211; wo wir w&#228;ren!?! Dominik hatte in der Unterkunft der Helfer gen&#228;chtigt und wartete schon nahe der Wechselzone auf uns. Nur die Schweizer sind noch p&#252;nktlicher als die Deutschen \ud83d\ude09 Schnell richteten wir die Wechselzone ein und gingen dann zum Bootsanleger. Dort dann ein bisschen rumgehangen, weil wir nat&#252;rlich viel zu fr&#252;h waren, dann den Neo an und ab aufs Boot, das uns zu den Brissago Inseln brachte. Dort wie immer die Verabschiedung und die Athleten steigen ins Wasser. Kaum war ich an der Startlinie bimmelte auch schon die Kuhglocke. 50m schaffte ich, bis mich eine Panikattacke einholte. Ich bekam keine Luft mehr und dachte sofort, ich w&#252;rde ertrinken. Kopf versuchte ruhig zu bleiben, runter zu kommen und Brustschwimmend irgendwie weiterzumachen. Das Wasser war kabbelig und nach dem vielen Wind am Vortag auch kalt. Das konnte ja was werden. Nach einer gef&#252;hlten Ewigkeit f&#252;hlte ich mich wieder in der Lage, Kraul zu schwimmen. Also, dann mal los. Es endete gef&#252;hlt nicht und immer wieder hatte ich leichte Anfl&#252;ge von Panik, dass ich vielleicht doch untergehen w&#252;rde bei all den Wellen. Dazu kam, dass mein Darm ja nun mal ein bisschen empfindlich auf kaltes Wasser reagiert. Also, ich musste mich dann irgendwann doch beeilen, weil ich echt auf Toilette musste. Also, irgendwann tauchte ein Kajak neben mir auf und dirigierte mich in die richtige Richtung. Ich tauchte unter der Begrenzungsleine des Freibades durch, st&#252;rmte (oder so &#228;hnlich) raus aus dem Wasser, Dominik und Jo waren direkt da und machten den Weg frei. Und ich bog direkt ab in die Toilette, zog den Neo runter und schaute das erste Mal auf die Uhr. 1:24 bis dahin&#8230;Dann ging es raus zum Rad, anziehen, was mit klammen Fingern und aufgequollenen F&#252;&#223;en nicht so einfach war und dann ging es endlich los. Wobei die ersten 10Kilometer auf dem Rad mich sehr an den Norseman erinnerten. Damals war mir &#228;hnlich kalt und die Z&#228;hne klapperten. Aber gut, einfach nun den Rhythmus finden und dann w&#252;rde das schon werden. Die Sonne ging auf und damit wurde es auch endlich w&#228;rmer. In Bellinzona traf ich meine Supporter dann das erste Mal und ab da lie&#223;en sie mich nicht mehr alleine. Das Wetter war super &#8211; sonnig und nicht zu warm. Es rollte gut, ich konnte essen und trinken und treten konnte ich auch. Schnell verging die Zeit bis Airolo, dem Einstieg vom Gotthard. Auf der alten, von uns zu fahrenden Stra&#223;e gab es eine Menge frischen Kuhmist&#8230;und richtig, kurz vor Moto Bartolo kam ich von hinten in einen Kuhaustrieb hinein. Jo reichte mir noch ein Gel und sagte, ich solle links dran vorbei fahren. Ich schaffte es noch gerade so &#8211; andere Athleten hinter mir mussten 20 Minuten warten, bis die K&#252;he auf der Weide waren. Auf der Tremola kam der Wind sch&#246;n von vorne. Wie immer nutzte ich jeden betonierten Meter um das Rad auch endlich mal rollen zu lassen. Oben angekommen gibt es neue Getr&#228;nke und Gels. Auf die Weste f&#252;r die Abfahrt verzichte ich dankend. Dann also mal runter! Leider meinte der Reisebus von Romantik Tours mich &#252;berholen und dann ausbremsen zu m&#252;ssen &#8211; Busse brauchen einfach l&#228;nger, um die Serpentinen zu fahren, aber ich sah keine Chance zum &#252;berholen. Daf&#252;r wartete in Hospital wunderbarer R&#252;ckenwind, so dass ich die 6 Kilometer bis Realp mit fast 40km\/h fahren konnte. Un dann kam die Furka. Wen man auch fragt: so richtig Liebe empfindet niemand f&#252;r diesen Pass \ud83d\ude42 Also, nochmal einen Schluck Gel aus der Flasche und hoch gehts. Wie jedes Jahr kommt uns die Rallye mit den verkleideten Autos entgegen. Mein Favorit dieses Jahr: die Plastikl&#246;wen mit wehenden M&#228;hnen auf dem Dach.<br \/>\nOben angekommen gleiches Prozedere: Gel und Flasche aufnehmen und runter gehts. Nur noch der Grimsel, der wie immer recht kurzweilig ist. Ein letztes Mal gibt es was zu Essen und zu Trinken, bevor es dann in die letzte und l&#228;ngste Abfahrt geht. Wahnsinn gepaart mit den tollen Dugast-Reifen machen die Abfahrt zu einem Erlebnis. Die Tunneldurchfahrten machen Spa&#223; wie jedes Jahr und so rolle ich Richtung Innertkirchen. Dort warten ein letztes Mal auf der Radstrecke meine Supporter &#8211; sollte irgendwas sein. Ist aber nicht, so dass ich weiterfahre und die drei nun Richtung Wechselzone nach Brienz fahren k&#246;nnen. Mit dem &#252;blichen Gegenwind geht es dann auf die letzten 15 Kilometer. Ich versuche, so viel es geht im Auflieger zu fahren, aber mein unterer R&#252;cken mag nicht mehr so richtig. Also wechsel ich zwischen Auflieger, Unter- und Oberlenker. Rein in die Wechselzone, in der mir Jo und Dominik helfen, aus den Radklamotten zu kommen und in die Laufschuhe rein. Alles wie immer hektisch und dann geht es auch schon raus Richtung Giesbachf&#228;lle. Dort oben stehen wie immer Ausfl&#252;gler, die es komisch finden, was wir da machen und im Fall von Jo, die ihr Rad dort hoch tr&#228;gt, auch nur bedingt Platz machen. Aber nach diesem Engpass wird es sch&#246;n und wir finden unseren Rhythmus. Da ich meine Uhr in der Wechselzone ablegte (weil sie am Handgelenk scheuerte), schaut Jo regelm&#228;&#223;ig auf die Uhr und animiert mich zum Essen und Trinken. Kopf aus und die Beine machen lassen. Das Wetter ist herrlich und ich bin sehr dankbar, dass ein Gro&#223;teil der Strecke durch den Wald geht. Dominik und Alex fahren immer wieder, dort wo es m&#246;glich ist, an die Strecke und versorgen uns mit Nahrung und Getr&#228;nken. Jo erz&#228;hlt mir von deren Tag im Support und so geht es immer weiter Richtung Grindelwald. Ab B&#246;ningen kommen wir durch die ganzen Orte, in denen die Brunnen direkt an der Stra&#223;e stehen &#8211; immer wieder wird die Kappe nass gemacht und dann geht es weiter. Die Kilometer vergehen wie im Fluge und schon sind wir in Burglauenen, an der Stelle, wo Jo dann nicht mehr weiter auf dem Rennrad mitkann, weil die Strecke doch arg offroad wird. Entlang des Flusses schlappe ich nun alleine weiter. Kurz vor Grindelwald noch einmal ein kr&#228;ftiger Schluck Gel und dann stehen die drei auch schon am Checkpoint. Alex nimmt die Bahn hoch und wir drei gehen zu Fu&#223; weiter. Dominik macht die Pace und ich h&#228;nge mich an seine Hacken. Ich bin fix und alle, bleibe aber fokussiert. Immer weiter steigen wir hoch, bis dann tats&#228;chlich wieder die etwas flacheren Abschnitte kommen, auf denen wir in einen leichten Trab fallen. Schneller will es hier nun wirklich nicht mehr gehen bei mir. In Alpiglen nimmt Dominik Salzstangen mit &#8211; nach jedem Trabst&#252;ck bekomme ich eine. Dann sehen wir schon Alex, der von der Kleinen Scheidegg uns entgegen kommt, um den letzten Kilometer mit uns zu gehen. Kurz vor 20 Uhr komme ich zufrieden und v&#246;llig im Eimer (wie sollte es auch anders sein) oben im Ziel an!<br \/>\nIm Gegensatz zu den vergangenen Jahren steht dieses Mal der Camper schon unten in Grindelwald, so dass wir direkt zum Campingplatz fahren k&#246;nnen. Aufr&#228;umen, Duschen und Essen &#8211; und um 23 Uhr ist der l&#228;ngste Tag des Jahres schon wieder vorbei!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alles lief wie geplant &#8211; Training, Planung etc. Und dann wurde leider Alex am 5.Juni abends auf dem Heimweg von einem Auto umgefahren. 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