{"id":2905,"date":"2015-06-26T07:54:16","date_gmt":"2015-06-26T05:54:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/?p=2905"},"modified":"2015-06-26T07:54:16","modified_gmt":"2015-06-26T05:54:16","slug":"swissman-2015-wellnessbehandlung-inklusive","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/swissman-2015-wellnessbehandlung-inklusive\/","title":{"rendered":"Swissman 2015 &#8211; Wellnessbehandlung inklusive"},"content":{"rendered":"<p><font face=\"Arial\">2 Uhr morgens klingelte der Wecker am Samstag Morgen. Wie immer gab es das &#252;bliche Prozedere: Espresso machen, Startershake, Brot schmieren, R&#228;der einpacken und zusammen mit Felix und Simone schlichen wir vom Campingplatz. In Ascona am Schwimmbad angekommen war der Checkin schon in vollem Gang und ich richtete mich h&#228;uslich ein. Dann wanderten wir zu viert r&#252;ber zum Bootsanleger, zogen die Neos an, checkten ein und Felix und ich verabschiedeten uns von unseren Edel-Supportern. Die Spannung war greifbar. Am Steg der Brissago-Inseln angekommen verlie&#223;en wir das Boot und schwammen zur Startlinie.<br \/><\/font><\/p>\n<p><font face=\"Arial\">Und dann begann das erste Drama des Tages: das Schwimmen. ich kam gut vom Start weg und schwamm meinen Stiefel. Aber das Wasser war kabbelig und es gab auch eine Str&#246;mung und mein Eindruck, dass ich nicht vorw&#228;rts k&#228;me, t&#228;uschte nicht. Nach 1:24 stieg ich aus dem Wasser. Mehr muss ich dazu nicht schreiben. Auf dem Weg zum Rad stolperte und fiel ich noch hin und stie&#223; mir dabei am rechten Fu&#223; einen Zeh. Aber ich machte mir keine weiteren Gedanken dar&#252;ber.<\/font><\/p>\n<p><font face=\"Arial\">Am Rad dauerte das Anziehen einen Moment l&#228;nger &#8211; angesichts der Wettervorhersage mit Schnee, Regen, Wind und Temperaturen um den Nullpunkt wollte ich vorbereitet sein mit Trikot, Armlingen, Knielingen und Weste. Aber bis Airolo blieb die Strecke komplett trocken, auch wenn ab Kilometer 50 der Gegenwind immer mehr wurde. Und im Passanstieg fing es an zu regnen, wie vorhergesagt. Je weiter wir nach oben kamen, umso k&#228;lter wurde es (was eine &#220;berraschung). Und oben auf dem Gotthard regnete und windete es&#8230;Alex stand schon bereit, lotste mich zum Camper, an dem ich mir Regenhose, Regenjacke, M&#252;tze und Handschuhe anzog, er gab mir noch eine Flasche mit warmen Iso und ich &#8220;freute&#8221; mich auf die Abfahrt. Und dann kam noch Eisregen dazu und peelte mir die ersten Schicht an Hautsch&#252;ppchen aus dem Gesicht. In Hospental angekommen nahm ich am Kreisvekehr die zweite Ausfahrt und rollte mit R&#252;ckenwind nach Realp, wo der Furkapass wartete. Dort begann mein zweites Drama des Tages.<\/font><\/p>\n<p><font face=\"Arial\">Aber zun&#228;chst rollte ich die ersten Kilometer halb im Regen, halb im trocknen den Furkapass rauf. Ab Kilometer 6 oder 7 verschwand dann das Umfeld in dichtem Nebel. Zum Gl&#252;ck gab es die Kilometermarkierungen auf der Stra&#223;e, denn man konnte die Passh&#246;he nicht erahnen. Und ich dachte dar&#252;ber nach, dass das alles gerade so gar keinen Spa&#223; machte. Autos kamen Geistern gleich aus dem Nebel und verschwanden wieder. Und ich war f&#252;r jede Kilometermarkierung dankbar. Endlich war ich oben, Alex reichte mir wieder was zu essen, Simone stand auch dort und feuerte mich an und dann ging es mit Gegenwind und Peeling-Eisregen f&#252;r die Entfernung der zweiten Schicht an Hautsch&#252;ppchen Richtung Gletsch. Es war kalt, ich mochte nicht mehr und konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich noch einen Marathon laufen sollte. Nun ja, in Gletsch ging es dann wieder rauf. Die letzte Passh&#246;he des Tages. In der einen Kurve wird schon seit Jahren gebaut und gef&#252;hlt kommt man dort nicht weiter. An der Ampel sammelten sich dann wieder meine Mitfahrer, gr&#252;n, es ging weiter. In der folgenden Kurve stand Alex und ich stieg ab! Sagte, ich wollte nicht mehr und heulte rum. Der Wissende erkennt nat&#252;rlich den Hungerast, ich sah ihn nicht. Alex tat dann das einzig richtige: erst nahm er mich in den Arm, sagte, dass alles ok sei, dann f&#252;llte er mir Cola in eine Trinkflasche und anschlie&#223;end gab&#8216;s den Tritt in den Hintern, die Flasche bis zu Passh&#246;he ausgetrunken zu haben. Hatte ich eine Wahl? Nein. Also, machen, was der Mann sagte. Cola ist ein Zaubergetr&#228;nk, ich sag es euch. Auf der Passh&#246;he schien zumindest in meinem Gem&#252;t schon wieder die Sonne, die Frage, ob ich noch einen Marathon laufen wollte, stellte sich schon l&#228;ngst nicht mehr und ich schob mir kontinuierlich Essen rein. Dann ging es das letzte Mal durch Eisregen (f&#252;r die allerletzten Hautsch&#252;ppchen), der sich im Laufe der Abfahrt in Regen verwandelte, und Gegenwind in die letzte Abfahrt. Die Durchfahrten der Tunnel sind nach wie vor ein ganz pers&#246;nliches Highlight! Alex steht an der letzten Steigung beim Radfahren, dr&#252;ckt mir nochmal Gel in die Hand und rast vor Richtung Wechselzone. Ich kaue, schlucke und fahre die letzten 30 Kilometer. Es ist schon fast trocken, aber als ich in die Wechselzone komme, f&#228;ngt es wieder an zu tropfen.<\/font><\/p>\n<p><font face=\"Arial\">Erst einmal: Dixie! Danach geht&#8217;s mir besser. Da f&#252;r die Laufstrecke Regen und sp&#228;ter wieder kalt angesagt ist, ziehe ich die Weste vom Rad fahren wieder an und lasse die M&#252;tze auch gleich auf. Alex schickt mich los und ich laufe Richtung Giesbachf&#228;lle (die nachts beleuchtet sind) los. Da ich wei&#223;, dass dort noch eine offizielle Verpflegungsstation ist, dr&#252;cke ich mir zwei Gels rein und lasse meinen M&#252;ll direkt dort bei den Jungs. Ich laufe weiter durch den Wald, Alex kommt mit dem Rad und dem Rucksack, mit allem bepackt f&#252;r den Rest des Tages. Zum Gl&#252;ck bleibt es trocken. Ich schlappe die bekannte Strecke, durch die kleinen D&#246;rfer und es wird sogar so warm, dass ich mich &#252;ber die Brunnen freue, in die ich meine H&#228;nde zum Erfrischen halten kann. Ab dem Halbmarathon sehen wir auch wieder mehr L&#228;ufer vor uns, die wir anfeuern und dann hinter uns lassen. Aber mein rechtes Knie zeigt wieder &#220;berlastungserscheinungen, die ich dieses Mal ignoriere und mein Zeh, den ich mir beim Schwimmausstieg stie&#223; meldet sich auch immer mal wieder. Aber egal. Kurz vor Grindelwald f&#228;hrt Alex vor, um die Rucks&#228;cke checken zu lassen. Ich komme an den Checkpoint, Alex wartet schon und dann geht es wieder einmal den senkrechten Wanderweg rauf. Noch immer ist es trocken und die letzten 10km wollen gelaufen werden. Auf den Abschnitten, an denen es nur &#8222;halb senkrecht&#8220; rauf geht, laufen wir. Da kommt Alpiglen. Ich greife dankbar nach den angebotenen Salzstangen und wir traben weiter. Noch 4 Kilometer. Knapp hinter uns ist ein franz&#246;sischer Athlet mit seinem Supporter. Letzterer redet die die ganze Zeit und ich schaue, dass wir davon kommen. Was aber nicht so richtig klappen will. Also, h&#246;ren wir weiter auf Franz&#246;sisch die Peitsche schwingen. Dann endlich der letzte H&#252;gel auf der Kleinen Scheidegg und wir laufen durch das Banner-Spalier. Wie immer steht Beat von der Orga dort und nimmt mich in die Arme und muss mich dieses Mal auch festhalten. Ich habe keine Kraft mehr zu stehen in den Beinen.Dann geht wie immer alles ganz schnell: Alex holt den schon vorab hochtransportierten Rucksack mit unseren Wechselklamotten und wir ziehen uns im beheizten Sanit&#228;terzelt um. Es gibt noch ein sch&#246;nes Zielphoto mit uns beiden und Alex treibt mich, dass wir die n&#228;chste Bahn nach Grindelwald erreichen. Wir schaffen es! Unten angekommen schnappt er sich das Rad und f&#228;hrt die Laufstrecke zur&#252;ck, um den Camper zu holen. Ich wandere in der Zwischenzeit zum Campingplatz und organisiere uns und Felix und Simone einen Stellplatz f&#252;r die Nacht. Im Restaurant warte ich auf Alex, treffe den Zweitplatzierten, quatsche mit ihm, und schlafe dann einfach ein.Gegen halb 12 ist Alex wieder zur&#252;ck, wir r&#228;umen den Bus aus und ich geh endlich duschen. Und sehe meinen Zeh: innerlich blutigrot und er tut auch richtig weh. Hmm, vermutlich war es nicht so gut, damit noch einen Marathon gelaufen zu sein. Gegen 1 Uhr sind wir dann endlich im Bett, der l&#228;ngste Tage des Jahres ist nach 23 Stunden vorbei.<\/font><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2 Uhr morgens klingelte der Wecker am Samstag Morgen. Wie immer gab es das &#252;bliche Prozedere: Espresso machen, Startershake, Brot schmieren, R&#228;der einpacken und zusammen mit Felix und Simone schlichen wir vom Campingplatz. 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