{"id":2394,"date":"2014-06-23T16:25:14","date_gmt":"2014-06-23T14:25:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/?p=2394"},"modified":"2014-06-23T16:25:14","modified_gmt":"2014-06-23T14:25:14","slug":"swissman-2014-die-kakerlake-gibt-nicht-auf","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/swissman-2014-die-kakerlake-gibt-nicht-auf\/","title":{"rendered":"Swissman 2014 &#8211; die Kakerlake gibt nicht auf!"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: medium\">Vorgepl&#228;nkel<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Am vergangenen Mittwoch sattelten wir mal wieder den gemieteten California und machten uns auf nach Faido. Die Fahrt war unspektakul&#228;r, wir bezogen in Faido &#8220;unseren&#8221; Campingplatz und erfreuten uns an dem guten Wetter. Insgesamt war die Wetterprognose f&#252;r das Rennen gut und die P&#228;sse waren alle schon offen. Am Donnerstag wollte Alex die Passrunde mit Gotthard, Furka und Nufenen fahren, ich machte den Support aus dem Bus. Bei wunderbarem Wetter ging es &#252;ber die Berge und wir hatten einen sehr sch&#246;nen Tag.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Am sp&#228;ten Nachmittag ging es dann weiter nach Locarno zum n&#228;chsten Campingplatz. Wir h&#228;tten auch einen anderen PLatz nehmen k&#246;nnen, aber konnte ich am Freitag Morgen schon\/noch mal das Wasser im Lago testen konnte. Nach einem kurzen Einschwimmen gab es dann das &#252;bliche Warmup mit 30min auf dem Rad und 15min Laufen. Das System funktionierte, alles f&#252;hlte sich gut an.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium\">Nachmittags ging es dann zum Check In und zur Wettkampfbesprechung. Beim Check In kam der erste G&#228;nsehautmoment: ich sollte die Startnummer 1 bekommen! Puh! Nach der Wettkampfbesprechung fuhren wir zum dritten Campingplatz in der dritten Nacht &#8211; allerdings mussten wir kurzfristig uns einen &#8220;neuen&#8221; Platz suchen, weil der geplante dritte uns nicht nachts um 2:30 vom Platz lassen wollte. Aber nach 30 min suchen fanden wir einen, von dem wir auch zu so fr&#252;her Stunde runterk&#228;men.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium\">Anschlie&#223;end das &#252;bliche Prozedere: die letzten Sachen packen, Rad checken, Henkersmahlzeit, Film kucken und fr&#252;h ins Bett. Ich wartete ja schon auf den Wachhaltefaktor; nach elektrischer Luftmatratze in 2012 und einzuschlagenden Heringen um Mitternacht in 2013 gab es dieses Jahr die Fu&#223;ball-WM mit dem Spiel der Schweiz. Noch Fragen? Es war ja klar, dass es damit wieder mal keine ruhige Nacht geben w&#252;rde. Wie gut, dass um 2 Uhr der Wecker ging (ich war ja gerade endlich mal eingeschlafen). Wir fr&#252;hst&#252;ckten kurz und machten uns auf nach Ascona zur Wechselzone.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Jetzt wird&#8217;s ernst!<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium\">Wir waren fr&#252;h da &#8211; nat&#252;rlich viel zu fr&#252;h. Schnell hatte ich meine Sachen am Platz organisiert. Dann wanderten wir zum Bootsanleger, ich tr&#246;delte ein bisschen rum, a&#223; noch was, dann den Neo angezogen und ab auf die F&#228;hre. Dort traf ich Dominik, einen Bekannten aus dem Triathlon Forum. Wir quatschten, bis das Boot bei den Brissago Inseln anlegte, w&#252;nschten uns Gl&#252;ck und ein gutes Rennen und dann ging es ins Wasser. Die Kuhglocke als Startsignal war gut zu h&#246;ren und ab ging die Post Richtung Ufer.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium\">Nach 300m war das Feld schon so auseinander gezogen, dass ich bis fast zum Ufer niemanden mehr um mich rum hatte. So schwamm ich durch den Lago &#8211; immer wieder bemerkte ich den Gegenwind, es gab Abschnitte, in denen ich von den Wellen gut durchgesch&#252;ttelt wurde aber ich schaffte es, halbwegs den Kurs zu halten. In der Zwischenzeit ging die Sonne auf und schien in einem wunderbaren Licht die Berge zu meiner Linken (da ich nach links atme, wei&#223; ich nur, wie es zu meiner linken aussah, f&#252;r Ausfl&#252;ge zur rechten Seite hatte ich keine Zeit). Das einzige, was mich wirklich nervte, war das Knicklicht, dass wir unter der Badekappe tragen mussten. Das Ding dr&#252;ckte h&#252;bsch auf den Hinterkopf. Da war auch schon das Ufer!<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium\">Raus aus dem Wasser, da ist auch schon Alex, der vor mir her rennt und mich zum Rad lotst. Ich schaue gespannt auf die Uhr, um die Schwimmzeit zu sehen. WOW! 1:04! Aber ich habe nicht wirklich Zeit, mich ausgiebig &#252;ber die Zeit zu freuen, denn Alex rei&#223;t mir schon den Neo runter, ich ziehe Trikot, Weste und Schuhe an, Rad geschnappt und auf geht&#8217;s! Die Radstrecke ist voller als im vergangenen Jahr, aber der Verkehr ist d&#252;nn und es rollt gut Richtung Bellinzona. Einige nutzen leider auch die Chance der Abwesenheit von Kampfrichtern und veranstalten eine Gruppenausfahrt. Am Abzweig nach Bellinzona steht Alex und wartet ab da f&#252;r den Rest der Radstrecke alle 5-10km auf mich und bietet mir Gels, Riegel und Iso an. Im Gegensatz zum letzten Jahr scheint die Sonne und schon fr&#252;h sehe ich den Gotthard. Die Kilometer und die Minuten vergehen schnell. Schon bin ich in Airolo und der Anstieg zum Pass geht los. 12km lang. Der untere Abschnitt vergeht schnell. An der Moto Bartolo steht Alex, bevor ich auf die Tremola abbiege. Dort liegt kein Schnee mehr, aber es rollt wie auch im vergangenen Jahr wie ein Sack N&#252;sse lustig &#252;ber die 5km Kopfsteinpflaster. Oben auf der Passh&#246;he angekommen &#252;berlege ich kurz, ob ich mehr als eine Weste f&#252;r die Abfahrt brauche, entscheide mich aber dagegen. Und runter. Was ein Spa&#223;! Der Kreisel in Hospental ist fertig, womit es keine nervige Wartezeit an der Ampel mehr gibt und ich biege ab nach Realp. Der Furkapass, auch als James-Bond-Stra&#223;e bekannt, wartete mit 13km Anstieg. Und Gegenwind. Zwischendrin habe ich Zeit und schaue auf die Serpentinen unter mir. Eine lange Kette von Athleten rollt den Berg hoch. Ich passiere Tiefenbach und dann bin ich auch schon auf der Passh&#246;he. Alex dr&#252;ckt mir zwei Riegel in die Hand und ich fliege die n&#228;chste Abfahrt runter. Diese Abfahrten machen bei trockenem Wetter so viel mehr Spa&#223; als bei Regen. Mehr als die H&#228;lfte der Strecke ist in Gletsch bereits geschafft. Und es geht die letzten 5km hoch auf den Grimselpass. Nat&#252;rlich mit Gegenwind, aber daf&#252;r mit Sonnenschein. Oben angekommen geht es, wie so h&#228;ufig, wieder bergab. F&#252;r 30km. Muss ich wieder betonen, wie cool diese Abfahrten sind? Dummerweise kommt Stefano an mir vorbei und nimmt die Abfahrt komplett im Windschatten seines Supporterautos. Was ein Arsch! Sorry, aber ist so. Ich &#228;rgere mich richtig &#252;ber diesen Idioten. Am letzten Minianstieg an der Aareschlucht dr&#252;cke ich Alex meine Weste in die Hand und dann geht es f&#252;r die letzten 15km &#252;ber eine sch&#246;ne Nebenstra&#223;e aber, nat&#252;rlich, mit Gegenwind flach nach Brienz zur Wechselzone.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium\">Wie ich sp&#228;ter erfahre, hatte Alex die Ausfahrt verpasst und war nur 3min vor mir dort. Aber es klappt wie am Schn&#252;rchen mit dem Wechseln. Raus aus der Wechselzone (wo Stefano auch schon war, w&#228;re der mit mir losgelaufen, h&#228;tte ich ihm ein paar Worte mitgegeben) und schon geht es in den Anstieg zu den Gie&#223;bachf&#228;llen. Auf dem Wanderweg im Wald geht es rauf und drunter. Das Knie h&#228;lt. Und auch der Magen (das erste Mal seit Jahren!). Alex kommt mir bei Laufkilometer 7 oder 8 mit dem Rad entgegen und hat alles f&#252;r den Rest des Rennens dabei. War es letztes Jahr auch so h&#252;gelig auf der Laufstrecke? Ich hatte es verdr&#228;ngt. Vor allem ab B&#246;ningen geht es nur noch rauf. Aber ich wei&#223;, dass Gehen keine Option ist (lang lebe der Kakerlakenmodus!) und so laufe ich weiter. Meine Kappe wird durch jeden Brunnen, der am Stra&#223;enrand steht, gezogen. Es ist warm und ich habe Karl knapp 100m als Pacemaker vor mir. Die Kilometer vergehen schnell, die Strecke ist kurzweilig. Schon sind wir kurz vor Grindelwald Grund. Alex rollt vor, schlie&#223;t das Rad an, wir lassen unsere Rucks&#228;cke checken und dann geht es in den Schlussanstieg. Der Wanderweg geht senkrecht nach oben. Immer noch. Allm&#228;hlich sind die Beine m&#252;de. ich grinse innerlich, wie wenig oder wie verkl&#228;rt die Erinnerung an die Strecke vom letzten Jahr ist. Ging das wirklich so lange so steil hoch? Es kommt Alpiglen. Ich trinke schnell was und wir wandern weiter. Ab Alpiglen gibt es immer wieder flachere Abschnitte, auf denen wir noch laufen. Das Hotel auf der Kleinen Scheidegg ist schon lange zu sehen. Die letzten 500m laufen wir. Rauf auf den letzten H&#252;gel, ich k&#246;nnte heulen als ich durch das Spalier von Flaggen und Menschen laufe. Beat nimmt mich in die Arme und ich bin endlich angekommen! Ich muss mich f&#252;r einen Moment l&#228;nger sortieren. Es ist schon wieder alles vorbei, nach 13 Stunden und 35 Minuten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Abschluss<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium\">Wir nehmen die n&#228;chste Bahn runter, Alex schwingt sich aufs Rad, um den in Iseltwald abgestellten Bus zu holen. Ich gehe zu dem Campingplatz, auf dem wir die Nacht verbringen wollen und warte dort auf ihn. Nach knapp 2 Stunden ist er zur&#252;ck, wir parken den Bus und fangen das gro&#223;e Aufr&#228;umen an. Dann schnell duschen, Essen machen und um Mitternacht kommen wir dann auch endlich ins Bett. Die Nacht schlafe ich schlecht. Jedes Rumdrehen tut weh und l&#228;sst mich aufwachen. Und irgendwann auch nicht mehr einschlafen, vermutlich Nachwirkungen des ganzen Koffeins vom Vortag. Ich sehe, wie es drau&#223;en heller wird.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium\">Mit gef&#252;hlt allen anderen Athleten und Supportern sowie 150 japanischen Touristen fahren wir am Vormittag f&#252;r die Siegerehrung rauf zur Kleinen Scheidegg. Die Finisherzeremonie und das Abschlussfoto findet bei strahlendem Sonnenschein statt, auch wenn sich der Eiger in ein paar Wolken h&#252;llt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Ein tolles und ereignisreiches Wochenende ist vorbei und jeder Trainingskilometer war es wert. Der Swissman ist ein Wahnsinnsrennen und ich bin sehr gl&#252;cklich, dass ich dabei sein durfte.<\/span><br \/>\n<font size=\"3\"><br \/><\/font><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorgepl&#228;nkel Am vergangenen Mittwoch sattelten wir mal wieder den gemieteten California und machten uns auf nach Faido. 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