{"id":140,"date":"2008-01-11T08:52:31","date_gmt":"2008-01-11T06:52:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/?p=140"},"modified":"2008-01-11T10:00:42","modified_gmt":"2008-01-11T08:00:42","slug":"buchkritik-simon-singh-fermats-letzter-satz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nopogobiker.de\/blog\/buchkritik-simon-singh-fermats-letzter-satz\/","title":{"rendered":"Buchkritik: Simon Singh: Fermats letzter Satz"},"content":{"rendered":"<p>Einen Vorteil hat eine l\u00c3\u00a4ngere Krankheit: man kommt mal wieder zum Lesen. So auch bei mir. In den letzten Monaten habe ich das eine oder andere Buch gelesen, so auch dieses.<\/p>\n<p>Simon Singh kannte ich bereits duch sein Buch \u00c3\u00bcber Kryptographie, das ebenfalls sehr interessant geschrieben ist. Der Autor versteht es, Wissenschaft spannend darzustellen. Manchmal glaube ich, dass das eine F\u00c3\u00a4higkeit ist, die deutsche Autoren nicht wirklich beherrschen, zumindest nur sehr selten. Die Amis sind da besser &#8211; das sieht man schon an amerikanischen Fachb\u00c3\u00bcchern der BWL &#8211; verglichen mit den deutschen Standardlehrb\u00c3\u00bcchern sind die beinahe interessant.<\/p>\n<p>Wie dem auch sei, in diesem Buch erz\u00c3\u00a4hlt Simon Singh die Geschichte von Fermats letztem Satz. Es handelt sich dabei um eine Aussage, die Fermat vor ca. 300 Jahren postulierte und die auf den ersten Blick \u00c3\u00bcberaus simpel und einfach verst\u00c3\u00a4ndlich ist. Sie besagt (ich hoffe, ich kann das nun richtig erkl\u00c3\u00a4ren), dass der Satz des Pythagras f\u00c3\u00bcr h\u00c3\u00b6here Potenzen als 2 keine L\u00c3\u00b6sung besitzt (also a^x+b^x=c^x f\u00c3\u00bcr alle x gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178er als 2). Klingt einfach, ist es aber nicht. Tats\u00c3\u00a4chlich haben sich an dem Beweis dieses einfachen Satzes Generationen von Mathematikern die Z\u00c3\u00a4hne ausgebissen. Erst 1994 gelang es einem einsiedlerischem Mathematiker das R\u00c3\u00a4tsel zu l\u00c3\u00b6sen, nachdem er sich sieben Jahre lang nur damit besch\u00c3\u00a4ftigte. Der Beweis dieses einfachen Satzes besteht nun aus ca. 100 Seiten formaler Herleitung und der Autor schreibt, dass nur sehr wenige Mathematiker \u00c3\u00bcberhaupt in der Lage sind, der logischen Beweisf\u00c3\u00bchrung zu folgen. Die erste Pr\u00c3\u00a4sentation des Beweises enthielt trotz der langen Vorbereitung einen Fehler und es sah so aus, als ob auch dieser Ansatz zum Scheitern verurteilt sei. Man fiebert f\u00c3\u00b6rmlich mit, wenn der Autor beschreibt, wie Andrew Wiles fieberhaft versuchte, sein &#8220;Lebenswerk&#8221; zu retten. Als er es geschafft hat und die \u00c3\u00bcberarbeitete Version seines Beweises pr\u00c3\u00a4sentierte atmet man f\u00c3\u00b6rmlich auf.<\/p>\n<p>Faszinierend an dem Buch ist insbesondere, dass der Autor es schafft, eine Wissenschaft, die nicht unbedingt den besten Ruf hat &#8211; Mathematik gilt ja nicht wirklich als spannend &#8211; so darzustellen, dass man die Faszination, die sie f\u00c3\u00bcr ihre Anh\u00c3\u00a4nger ausstrahlt, nachzuvollziehen. Ich will nun nicht behaupten, dass ich ein neuer Mathematik Freak geworden bin, aber die zahlentheoretischen Konzepte oder die Motivation, die Mathematiker antreibt wird nach diesem Buch nachollziehbar. Auch wenn man nicht alle in dem Buch beschriebenen Konzepte versteht (mir ging es da nicht anders), lohnt es sich, dieses Buch zu lesen, wenn man sich nur etwas f\u00c3\u00bcr Mathematik oder Wissenschaft allgemein interessiert.<\/p>\n<p>Das Buch schlie\u00c3\u0178t mit einigen weiteren mathematischen Problemen, die immer noch nicht bewiesen worden sind. An diesen kann sich der geneigte Leser in einem Anfall von Gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178enwahn versuchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen Vorteil hat eine l\u00c3\u00a4ngere Krankheit: man kommt mal wieder zum Lesen. So auch bei mir. In den letzten Monaten habe ich das eine oder andere Buch gelesen, so auch dieses. 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